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52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

06.10. - 08.10.2011, Bonn

Erfahrungen mit der lokalen Anwendung von Octenidin-Spüllösung bei der operativen Versorgung von Handinfektionen

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Frank Siemers - Klinik für Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte am Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • F.H. Stang
  • T. von Wild
  • P. Mailänder

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Bonn, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgh41

DOI: 10.3205/11dgh41, URN: urn:nbn:de:0183-11dgh418

Veröffentlicht: 5. Oktober 2011

© 2011 Siemers et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Im Zuge der operativen Versorgung von Infektionen im Bereich der Hand kommen neben dem radialen Debridement in der Regel auch antiseptische Spüllösungen zum Einsatz. Auf der Grundlage einzelner Fallberichte wurde in diesen Zusammenhang der Einsatz von Octenidin-Spüllösung in den letzten Jahren kritisch gesehen. Beschrieben sind Einzelfälle bei denen es nach dem Einsatz der Octenidin-Spüllösung zu lokalen Schwellungen und Rötungen gekommen war. Die genaue Analyse dieser Fallberichte lässt eine nicht ordnungsgemäße Anwendung des Antiseptikums als Ursache für diese Komplikationen vermuten. Durch eine Fallbeobachtungsstudie wurden die Auswirkung der regelhaften Anwendung von Octenidin-Spüllösung untersucht.

Methodik: 5 Frauen und 5 Männer wurden bei lokal begrenzeten Haut-Weichteilinfekten im Bereich der Hand nach Vorstellung in unserer Notaufnahme operative behandelt. Es erfolgte ein radikales Debridement mit chirurgischer Sanierung des Infektherdes. Mit Abschluß des Debridement erfolgt eine lokale Spülung der Wundfläche mit Octenidin. Das Einspritzen der Flüssigkeit unter hohem Druck wurde gemäß den Vorgaben ders Herstellers vermieden. Der chirurgischen Massnahme schloss sich in allen Fällen eine offene Wundbehandlung an. Für die ersten 12 Stunden nach dem Eingriff wurde ein Octenidin-Feuchtverband angelegt, der regelmäßig mit der Spüllösung benetzt wurde. Im Rahmen des ersten Verbandwechsel erfolgte eine Begutachtung der Wundverhältnisse und bei reizlosen Befund der sekundäre Wundverschluss 24 bis 48 Stunden nach dem Ersteingriff.

Ergebnisse: In allen Fälle stellte sich nach der lokalen Anwendung mit der Octenidin-Spüllösung keinerlei lokale Irritationen ein. Insbesondere übermässig starke Schwellungsszustände oder Rötungen konnten nicht nachgewiesen werden. Bei allen Patienten konnte zeitgerecht der sekundäre Wundverschluss erwirkt werden, ohne das ein neuerliches Debridement erforderlich wurde.

Schlussfolgerung: Bereits im Mai 2005 erfolgte die Warnung des Herstellers der Octenidin-Spüllösung vor dem Einbringen der Flüsigkeit unter Druck. Die Sichtung der dokumentiereten Fälle, bei denen es nach der lokalen Anwenung von Octenidin zur lokalen Komplikationen gekommen war, lassen eine nicht ordnungsgemäße Anwendung vermuten. Bei sachgerechter Verwendung der Spüllösung konnten wir keine nachteilige Wirkung im Zuge der Versorgung von Handinfektionen feststellen.