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52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

06.10. - 08.10.2011, Bonn

Partielle oder vollständige Trapeziektomie in Kombination mit der mediokarpalen Teilarthrodese

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Leonard Walle - Rhön-Klinikum AG Bad Neustadt, Klinik für Handchirurgie, Bad Neustadt, Deutschland
  • Karl-Josef Prommersberger
  • Jörg van Schoonhoven

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Bonn, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgh31

DOI: 10.3205/11dgh31, URN: urn:nbn:de:0183-11dgh319

Veröffentlicht: 5. Oktober 2011

© 2011 Walle et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die symptomatische Daumensattelgelenkarthrose und der Handwurzelkollaps III° (SLAC-Wrist) an einem Handgelenk stellen eine seltene Kombination dar. Optimaler Weise erfolgt deren Operation in einem Eingriff, wobei die vollständige Trapeziektomie (TT) bei einer Resektionsarthroplastik und die gleichzeitige Resektion des Kahnbeins im Rahmen der mediokarpalen Teilarthrodese (MKTA) theoretisch eine erhebliche Proximalisierung des Daumens ermöglicht. Dementsprechend wird eine partielle Trapeziektomie (PT) erwogen. In der Literatur gibt es bislang zu dieser kombinierten Arthrose und deren operativen Möglichkeiten keine Daten. Diese retrospektive Studie vergleicht die Behandlungsergebnisse zwischen der PT + MKTA und der TT + MKTA.

Methodik: Zwischen 1998 und 2008 wurden 14 Patienten aufgrund dieser kombinierten Arthrose am Handgelenk operiert: 8 Patienten mit einer PT + MKTA und 6 Patienten mit einer TT + MKTA. Bei der Nachuntersuchung wurden die Daumen- und Handgelenkbeweglichkeit sowie der Grob-, Spitz- und Schlüsselgriff bemessen. Der DASH und der modifizierte Mayo Wrist Score wurden erhoben. Präoperativ und zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung wurden Röntgenaufnahmen des Handgelenkes und des Daumens in 2 Ebenen durchgeführt und die Proximalisierung des Daumens durch Messung des Abstands zwischen Basis des ersten Mittelhandknochens und dem Processus styloideus radii bestimmt.

Ergebnisse: Zwölf Patienten konnten nach durchschnittlich 60 Monaten nachuntersucht werden. Ein Patient war verstorben, ein Patient konnte nicht ausfindig gemacht werden. Die mittlere Radial- bzw. Palmarabduktion des Daumens betrug 38° bzw. 40°. Für die Handgelenkbeweglichkeit fanden sich durchschnittlich folgende Werte: Extension 45°, Flexion 25°, Ulnar-/Radialduktion 28°/25°, Pro-/Supination 90°/88°. Die Kraft für den Grob-, Spitz- und Schlüsselgriff betrug im Mittel 24, 5 und 6 kg. Die Ergebnisse des DASH Scores lagen bei 25 und des modifizierten Mayo Wrist Scores bei 81 Punkten. In der Gruppe PT + MKTA konnte eine durchschnittliche Proximalisierung des Daumens von 6,0mm und in der Gruppe TT + MKTA von 7,5 mm gemessen werden. Es ergaben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Therapiegruppen.

Schlussfolgerung: Sowohl die partielle als auch die vollständige Trapeziektomie in Kombination mit der mediokarpalen Teilarthrodese bei Daumensattelgelenkarthrose und gleichzeitigem karpalen Kollaps liefern – entgegen dem theoretischen Problem – auch langfristig ähnliche und gute Ergebnisse hinsichtlich Bewegung, Kraft und Proximalisierung des Daumens.