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3. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e. V. (DGESS)

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e. V.

23.02. - 25.02.2012, Hannover

Zum Einfluss des Films „Die dünnen Mädchen“ auf das Körpererleben junger Frauen mit und ohne Essstörungen

Meeting Abstract

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Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e.V. (DGESS). 3. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen. Hannover, 23.-25.02.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgess098

DOI: 10.3205/12dgess098, URN: urn:nbn:de:0183-12dgess0985

Veröffentlicht: 8. Februar 2012

© 2012 Imgart et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund und Fragestellung: Der Kinofilm „Die dünnen Mädchen“ zeigt acht junge Frauen, die seit langem an Essstörungen leiden. Die kontroverse Diskussion in Fachkreisen über die Wirkung der ästhetischen Darstellung sehr dünner Körper dient als Ausgangspunkt dieser Studie. Es soll die zentrale Forschungsfrage beantwortet werden, welchen Einfluss der Film auf die kognitiv-affektive Körperbildkomponente und Therapiemotivation anorektischer Patientinnen hat und welche Effekte auf nicht-klinische Stichproben (junge Frauen ohne Essstörungen) zutreffen.

Methodik: In der laufenden Studie wurden bisher 31 anorektische Patientinnen und 61 junge Frauen ohne Essstörungen befragt. Die Datenerhebung erfolgte im Rahmen eines Prä-Post-Vergleichs mit Hilfe ausgewählter Subskalen standardisierter Fragebögen (FKSS, FKB-20, EDI-2, EDE-Q, FPTM).

Ergebnisse und Fazit: Vorläufige Ergebnisse zeigen: Bei anorektischen Patientinnen kommt es nach dem Ansehen des Films zu größeren Gewichtssorgen und eine stärker ablehnende Körperbewertung und körperliche Unzufriedenheit sehr wahrscheinlich sind. Andererseits kann der Film zusätzlich motivieren, denn bei Patientinnen mit längerer Behandlungsdauer zeigt sich nach dem Ansehen des Films mehr Hoffnung bezüglich des Behandlungserfolges. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der vorliegenden Studie ist der Einsatz dieses Films im Rahmen einer psychotherapeutischen Rehabilitationsbehandlung unter kontrollierten Bedingungen zu empfehlen, sollte jedoch unbedingt vor- und nachbereitet werden, denn nur dann können mögliche Wirkungen des Films aufgefangen bzw. therapeutisch genutzt werden.

Junge Frauen ohne Essstörungen sind nach dem Ansehen des Films hingegen signifikant zufriedener mit ihrem Körper. Der Film stellt ein gutes Medium dar, um für Essstörungen zu sensibilisieren und über Essstörungen aufzuklären.