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1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e. V. (DGESS)

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e. V.

8. ? 10.11.2007, Prien am Chiemsee

State of the Art: Essstörungen im Kindes- und Jugendalter

Meeting Abstract

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Deutsche Gesellschaft für Essstörungen. 1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e.V. (DGESS). Prien am Chiemsee, 08.-10.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgessSOA4

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgess2007/07dgess72.shtml

Veröffentlicht: 24. Oktober 2007

© 2007 Herpertz-Dahlmann.
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Gliederung

Text

Etwa 1-3% der weiblichen Jugendlichen erkranken an Magersucht, weitere 2-4% erkranken an Bulimia nervosa. Die Magersucht gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen der weiblichen Adoleszenz.

In der letzten Dekade haben sich das Verständnis von Ursachen und der aufrecht erhaltenden Bedingungen sowie die Therapie der Essstörungen gewandelt. So sind neben soziokulturellen vor allem auch genetische Faktoren einschließlich Temperamentsfaktoren bedeutsam.

Die Therapie der Essstörungen erfolgt multimodal. Sie beinhaltet nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie eine somatische Rehabilitation und spezifische Behandlung der Essstörung (einschließlich Ernährungstherapie), eine individuelle psychotherapeutische Behandlung sowie im Jugend- und jungen Erwachsenenalter die Einbeziehung der Familie. Hierbei haben sich insbesondere auch Psychoedukations-Programme für Eltern und Angehörige als wirksam erwiesen. Bei der Bulimia nervosa kann auch im Jugendalter eine medikamentöse Therapie wirksam sein. Zur Psychotherapie der Anorexia nervosa liegen kaum kontrollierte Studien vor. Prognostische Faktoren für einen günstigen Verlauf sind ein früher Erkrankungsbeginn, eine kurze Erkrankungsdauer sowie bei der Anorexia nervosa ein höherer Body-Mass-Index bei Aufnahme. Leider entwickeln viele essgestörte Patienten im Erwachsenenalter andere psychiatrische Störungen, vor allem Angst- und Zwangserkrankungen sowie Persönlichkeitsstörungen.