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1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e. V. (DGESS)

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e. V.

8. ? 10.11.2007, Prien am Chiemsee

Chat- und E-Mail-Brücke als wirksame Nachbetreuung stationärer Psychotherapiepatienten - klinische Erfahrungen am Beispiel essgestörter Patienten/innen

Meeting Abstract

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  • corresponding author Sascha Hunner - Panorama-Fachkliniken für Psychosomatik, Psychotherapeutische Medizin und Naturheilverfahren, Scheidegg

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen. 1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e.V. (DGESS). Prien am Chiemsee, 08.-10.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgessV8

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgess2007/07dgess51.shtml

Veröffentlicht: 24. Oktober 2007

© 2007 Hunner.
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Gliederung

Text

Einem Großteil der Patienten steht im Anschluss an die erfolgte stationäre Psychotherapie nicht oder nur in zeitlichem Abstand eine ambulante Nach- oder Weiterbehandlung zur Verfügung. Insbesondere für Patienten mit rezidivfreudigen Grunderkrankungen, wie z.B. Essstörungen, stellt diese Lücke in der therapeutischen Versorgung ein hohes Rückfallrisiko innerhalb der ersten poststationären Wochen dar.

In Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Psychotherapie in Heidelberg bietet die Panorama-Fachklinik Scheidegg daher ihren Patienten nach der Entlassung zwei verschiedene Modelle der Nachsorge an: Sowohl die Internet-Chatgruppe (seit 2001) als auch die Einzelbetreuung durch den stationären Bezugstherapeuten via E-Mail (seit 2003) haben das Ziel, die Patienten im Alltag gezielt beim Erhalt des stationär erarbeiteten Gesundheitszustandes zu unterstützen und das Risiko des Rückfalls in krankheitsfördernde Verhaltensmuster zu minimieren. Die klare Struktur beider Nachsorgeformen sieht über einen Zeitraum von 12-15 Wochen wöchentliche Kontakte zwischen Therapeut und Patient im Rahmen der 90minütigen virtuellen Chatgruppe mit ca. 10 Teilnehmern bzw. per E-Mail-Korrespondenz (Therapeutenantwort innerhalb von 24 Std.) vor. Online-Fragebögen erfassen kontinuierlich das psychische und somatische Wohlbefinden sowie soziale Probleme der Teilnehmer.

Gegenüber einer Kontrollgruppe wiesen in beiden Verfahren die nachbetreuten Patienten hinsichtlich ihres Therapieergebnisses 6 und 12 Monate nach der stationären Entlassung signifikant bessere Gesundheitszustände auf. Die Akzeptanz beider Modelle ist sehr hoch.

Die klinischen Erfahrungen spiegeln wider, wie effektiv beispielsweise essgestörte Patienten auf diese Weise nachhaltig stabilisiert bzw. für eine notwendige ambulante Weiterbehandlung vorbereitet und motiviert werden können. Im Vortrag sollen die klinische Umsetzung und die Ergebnisse dieser poststationären Internetbetreuung dargestellt werden.