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1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e. V. (DGESS)

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e. V.

8. ? 10.11.2007, Prien am Chiemsee

Psychosoziale Risikofaktoren von Essanfällen im Kindesalter

Meeting Abstract

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  • corresponding author J. Czaja - Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Psychologie
  • A. Hilbert - Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Psychologie

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen. 1. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e.V. (DGESS). Prien am Chiemsee, 08.-10.11.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgessV3

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgess2007/07dgess46.shtml

Veröffentlicht: 24. Oktober 2007

© 2007 Czaja et al.
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Gliederung

Text

Über die Entstehung von Essanfällen in der Kindheit ist bislang sehr wenig bekannt. Ziel der folgenden Studie ist daher die zeitnahe Untersuchung retrospektiver Korrelate von Essanfällen im Kindesalter.

Eine Stichprobe von n=40 Kindern mit Essanfällen, die in den vergangenen drei Monaten von mindestens einem Kontrollverlust über ihr Essverhalten berichtet hatten, und n=40 Kindern ohne Kontrollverlust wurden bevölkerungsbasiert rekrutiert und mit klinischen Interviews (Child Eating Disorder Examination) untersucht. Retrospektive Korrelate von Essanfällen wurden bei Kind und Elternteil mit Hilfe einer für Kinder adaptierten Version des Oxford Risk Factor Interviews (RFI; Fairburn & Welch, 1997) erhoben. Die Objektivität des adaptierten Interviews kann mit einem durchschnittlichen Kappa-Wert von 0.92 als sehr gut beurteilt werden. Die Kinder waren im Mittel 10.5±1.4 Jahre alt, 58.8% waren Mädchen und 41.2% Jungen.

Kinder mit Essanfällen berichteten über ein höheres Ausmaß an negativer Selbstbewertung, Schüchternheit und elterlicher Kritik vor Beginn des veränderten Essverhaltens.

Erwartungsgemäß scheinen Kinder mit Essanfällen stärker von individuellen bzw. diätbezogenen Risikofaktoren betroffen zu sein als Kinder, die keine Essanfälle erleben. Dieses Ergebnis ist konsistent zu retrospektiv erhobenen Befunden bei Erwachsenen mit BED. Kinder mit Essanfällen geben jedoch im Vergleich zu Erwachsenen eine deutlich geringere Anzahl retrospektiver Korrelate an, möglicherweise aufgrund ihres geringeren Lebensalters. Weitere Analysen werden Auskunft über den Zusammenhang zwischen Schwere der Essanfallssymptomatik und Stärke an erlebten Risikofaktoren geben.