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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Retrospektive Analyse von 223 Patienten mit Kolorektalem Frühkarzinom

Meeting Abstract

  • Pamela Kogler - Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Innsbruck
  • Dietmar Öfner - Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Univ. Klinik für Chirurgie, Salzburg
  • Reinhold Kafka-Ritsch - Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Innsbruck
  • Johann Pratschke - Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Innsbruck
  • Matthias Zitt - Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Innsbruck

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch612

DOI: 10.3205/12dgch612, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch6120

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Kogler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die kurative Therapie des Kolorektalen Karzinoms basiert auf der Einhaltung chirurgisch-onkologischer Radikalitätsprinzipien bei gleichzeitig geringer Morbidität sowie Maximierung der Lebensqualität. Die Therapie des Kolorektalen Frühkarzinoms allerdings tendiert zunehmend in Richtung onkologisch-limitierter Techniken (Vollwandexzision, endoskopische Mukosaresektion, Polypektomie,), was in der rezenten Literatur kontrovers diskutiert wird.

Material und Methoden: Patienten (n=223; m:127, w:96, Mittel 65J), welche mit einem kolorektalen Frühkarzinom zwischen 1990-2010 an unserer Abteilung behandelt worden sind, werden bezüglich pathologischer Parameter, OP-Technik, lokoregionärem Rezidiv, Metastasierung sowie Patientenüberleben retrospektiv analysiert.

Ergebnisse: Histologisch fanden sich in 95% der Fälle Adenokarzinome, vornehmlich im Rektum (46,7%), seltener im Sigma (19,8%) und linken (17,8%) bzw. rechten (15,7%) Hemikolon. Insgesamt zeigten 47,5% high-risk Kriterien, 52,5% waren low-risk Frühkarzinome. Zehn Patienten (4,5%) waren bei Diagnosestellung bereits metastasiert. Primär wurden 120 Patienten (53,8%) onkologisch radikal operiert, 26% der initial limitiert operierten Patienten (46,2%) sekundär radikal nachreseziert. Lokalrezidive traten bei 7 Patienten (3%; 6 nach limitierter OP-Technik) auf. Im Beobachtungszeitraum verstarben 55 Patienten (24,6%); 9 (4%) an Zweitmalignomen, 1 Patient (0,44%) infolge des kolorektalen Frühkarzinoms. Kaplan-Meier-Überlebensanalysen werden präsentiert.

Schlussfolgerung: Obwohl über ein Drittel der Patienten trotz hohem Anteil an high-risk Frühkarzinomen onkologisch-limitiert operiert wurden, zeigen sich durchaus gute Langzeitergebnisse. Somit ist es gerechtfertigt, unter strenger Indikationsstellung, diese Techniken anzuwenden.