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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Retrospektive Analyse von über 550 Carotis Operationen in Regionalanästhesie mit standardisierter, temporärer Shunteinlage

Meeting Abstract

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  • Carsten Dietz - Universitätsklinikum Giessen und Marburg, Standort Marburg, Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Marburg
  • Josef Geks - Universitätsklinikum Giessen und Marburg, Standort Marburg, Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Marburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch575

DOI: 10.3205/12dgch575, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch5759

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Dietz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Seit April 2003 wird die Carotis-Desobliteration als Standardanästhesieverfahren in unserer Klinik in Regionalanästhesie vorgenommen. Wir nahmen im Zeitraum von März 2003 bis Mai 2009 insgesamt 559 Carotis Operationen nach einem standardisierten OP-Verfahren vor. Dies sieht vor, dass ein klinisch-neurologisches Monitoring mittels kontralateraler „Quietsche-Ente“ in der Patientenhand im Rahmen der Klemmphasen durchgeführt wird. Die temporäre Shunteinlage ist in unserer Klinik obligat.

Material und Methoden: Im Rahmen der Patientenanalyse zwischen 2003 und 2009 ergab die Subgruppenanalyse, dass ca. 50% der Operationen elektiv aufgrund einer hochgradigen Carotis Stenose operiert wurden. Bei ca. 40% der Operationen lag eine symptomatische Stenose mit frühelektiver OP vor und 10% waren Notfalloperationen.

Dokumentiert wurde im Rahmen der Qualitätssicherung der neurologische Status sowie die prae-, und postoperativen Doppler- und Duplexbefunde.

Ergebnisse: Es fand sich eine Geschlechterverteilung mit 76% männlichen Patienten und 24% weiblichen Patienten.

Im Rahmen der Operation ergab sich eine mediane Klemmzeit von 4,8 Minuten. Die gesamte Operationszeit betrug im Durschnitt 105 Minuten.

In der ASA Klassifikation waren 484 Patienten als ASA III und 17 Patienten als ASA IV eingestuft.

Eine durch das Shuntröhrchen begründete perioperative Komplikation im Sinne eines neurologischen Defizites bzw. einer Gefäßdissektion konnte in keinem Fall nachgewiesen werden.

Im Rahmen des klinisch neurologischen Monitorings ist in unserem Patientengut, insbesondere bei zweiseitiger Stenosierung eine deutliche Reduktion des neurologischen Defizites beim Klemmen, bzw. nach der Einlage des Shunts zu beobachten.

Der dokumentierte Nachuntersuchungszeitraum beläuft sich auf 3 bis 72 Monate. Hierbei wurden insgesamt 414 Patienten untersucht (74%). Es lag bei 397 Patienten in der FKDS-Untersuchung keine Re-Stenose vor (71%) und bei 14 Patienten (3,3%) lag eine Stenose zwischen 40 und 70% vor. Des Weiteren konnten 3 asymptomatische Verschlüsse (0,7%) dokumentiert werden.

Schlussfolgerung: Aufgrund fehlender verfahrensassoziierter Komplikationen halten wir die routinmäßige Einlage eines temporären Shuntröhrchens für sinnvoll. Hierdurch wird die cerebrale Ischämiezeit verkürzt. Darüberhinaus kann die Carotis-TEA durch die gesicherte cerebrale Perfusion auch als Ausbildungseingriff durchgeführt werden.