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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Kostenersparnis, Erlössteigerung, Patientenzufriedenheit und Arbeitgeberattraktivität durch Beteiligung von Mitarbeitern an der Kliniksteuerung

Meeting Abstract

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  • Tobias Schilling - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Cornelius Jäger - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Axel Haverich - Medizinische Hochschule Hannover, Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch551

DOI: 10.3205/12dgch551, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch5515

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Schilling et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Mitarbeiter kennen die Anforderungen und Problemstellungen in ihrem Arbeitsumfeld sehr genau und können zu spezifischen Problemen oft passgenaue Lösungen entwickeln. Darüber hinaus ist die strategische Positionierung als attraktiver Arbeitgeber von existenzieller Bedeutung. Eine offene Unternehmenskultur und die Möglichkeit zur Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Abläufe werden von Ärzten und Pflegenden gefordert.

Über die Einrichtung eines Betriebsverbesserungssystems (BVS) können verbesserungswürdige Prozesse in der Klinik identifiziert und optimiert werden. Es kann zu direkten oder indirekten Kosteneinsparungen und Erlössteigerungen kommen. Im Gegensatz zu den analysierten, bisher eingesetzten Systemen von Unternehmen und Kliniken soll das Betriebsverbesserungssystem in der HTTG-Chirurgie der MHH ohne Bewertung durch eine Jury auskommen und die Kalkulation der Prämien für eingereichte Vorschläge möglichst objektiv und transparent sein.

Material und Methoden: Im Jahr 2007 führten wir ein BVS in der Klinik ein. Vorschläge der Mitarbeiter werden nach einem Punkte- und einem Provisionsmodell bewertet und prämiert. Die Berechnung erfolgt uneingeschränkt transparent nach einem objektiven Schema. Über ein Intranet-Modul können die Vorschläge von den Mitarbeitern eingereicht werden. Dabei kann eine mögliche Prämierung des Vorschlages unmittelbar durch den Mitarbeiter selbst vorgenommen werden. Prämien werden vierteljährlich ausgezahlt. Die besten Vorschläge jährlich auf einer Veranstaltung ausgelobt.

Ergebnisse: Es wurden im Beobachtungszeitraum insgesamt 119 Vorschläge eingereicht, von denen 52,7% umgesetzt werden konnten. Bei einer Auszahlung von 32.585 Euro Prämie für die eingereichten Vorschläge konnten allein durch direkte Ersparnisse und Mehrerlöse 183.711 Euro Mehrgewinn im Beobachtungszeitraum erzielt werden. Indirekte Effekte wie eine erhöhte Patienten- oder Mitarbeiterzufriedenheit bleiben dabei sogar unberücksichtigt. Es ist eine zunehmend lösungsorientierte Haltung der Mitarbeiter mit den täglichen Herausforderungen wahrnehmbar.

Schlussfolgerung: Die Einführung eines BVS hat zu erheblichen Verbesserungen der Prozesse und zu guten Einsparungen geführt. Die Auswertung gibt zudem Hinweise auf eine optimierte Kliniksteuerung. Das Vorschlagswesen ist gleichsam zu einem Symbol für eine konstruktive Kommunikation in der Abteilung geworden.