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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Pränatale Detektion von Feten mit Ösophagusatresie anhand der fetalen Magengröße

Meeting Abstract

  • Karl Oliver Kagan - Universität Tübingen, Gynäkologie und Geburtshilfe, Tübingen
  • Markus Hoopmann - Universität Tübingen, Gynäkologie und Geburtshilfe, Tübingen
  • J. Arand - Universität Tübingen, Neonatologie, Tübingen
  • Hans-Joachim Kirschner - Universität Tübingen, Kinderchirurgie und -urologie, Tübingen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch496

DOI: 10.3205/12dgch496, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4963

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Kagan et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die vorgeburtliche Detektionsrate von Feten mit Ösophagusatresie ist gering. Der pränatale Verdacht beruht auf den unspezifischen Zeichen eines Polyhydramnions bei nicht oder nur klein darstellbarer Magenblase. Die Einschätzung der Größe der Magenblase erfolgt bisher subjektiv. In dieser Arbeit soll geklärt werden, ob der pränatal gemessene Magenumfang vor Entbindung einen Hinweis auf eine Ösophagusatresie geben kann.

Material und Methoden: Bei 74 gesunden Feten ohne Ösophagusatresie zwischen der 20+0 SSW und 41+0 SSW wurde retrospektiv der Magenumfang im Transversalschnitt auf Höhe des Magens und des Ductus venosus-Komplexes mittels Tracefunktion gemessen. Anhand einer Datenbankabfrage der Neonatologie wurden zwischen 2001 und 2011 27 Neonatan mit einer Ösophagusatresie ermittelt, die pränatal an der Universitäts-Frauenklinik betreut wurden. Bei diesen Feten wurde der Magenumfang in gleicher Weise gemessen und mit dem Normalkollektiv verglichen.

Ergebnisse: Bei den 74 gesunden Kindern lag der Umfang der Magenblase bei 5,3 cm. Der Umfang war abhängig vom Gestationsalter (Umfang = -0,8 x 0,2 x Magenumfang, r=0,764, p<0,001). 23 Neonaten wiesen eine Ösophagustresie mit Fistel, 4 Kinder eine Ösophagusatresie ohne Fistel auf. Bei 12 (52,2%) der 23 Feten mit Ösophagusatresie mit Fistel lag der Magenumfang bei der letzen Ultraschalluntersuchung vor Geburt über der 5.Perzentile, bei 6 (26,1%) Feten lag der Magenumfang unter der 5.Perzentile und bei 5 (21,7%) Feten war der Magen nicht darstellbar. Von den 4 Feten ohne Fistel war bei keinem der Feten eine Magenblase darstellbar.

Schlussfolgerung: Durch die Messung des Magenumfangs kann die subjektive Einschätzung der Magengröße objektiviert werden. Eine kleine Magenblase unter der 5.Perzentile war etwa in der Hälfte der Fälle mit Ösophagusatresie mit Fistel zu finden. Bei einem Drittel der Feten mit Ösophagusatresie war pränatal die Magenblase nicht darstellbar.