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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Stellenwert der Tracheobronchoskopie bei der Versorgung von Kindern mit Ösophagusatresie

Meeting Abstract

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  • Heidrun Gitter - Klinikum Bremen-Mitte gGmbH, Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie, Bremen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch490

DOI: 10.3205/12dgch490, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4902

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Gitter.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die endoskopische Evaluation der Trachea und der Bronchialanatomie bei der Erstversorgung von Kindern mit Ösophagusatresie hat für die gezielte Versorgung der Fehlbildung Vorteile. Der Stellenwert dieser Untersuchung im Rahmen der ersten notwendigen operativen Versorgung in Narkose wird an Hand von Fallbeispielen diskutiert.

Material und Methoden: Wir führen bei jedem Früh- und Neugeborenen mit Ösophagusatresie bei der ersten operativen Versorgung eine Tracheobronchoskopie durch. Das Kind wird nach Narkoseeinleitung mit einem starren Tracheoskop (Storz Nr. 2,5, 20 cm mit Nullgradoptik) intubiert und über das Endoskoprohr beatmet. Schon bei Intubation kann auf Larynxanomalien geachtet werden. Bei bekannter Tracheoösophagealer Fistel zum unteren Ösophagussegment kann tracheal insbesondere die Einmündung der Fistel in Bezug auf die Carina beurteilt werden. Eine sehr distale Mündung kann ein Hinweis auf eine lange Distanz der Ösophagussegmente sein. Des weiteren kann nach anatomischen Besonderheiten gesehen werden. Die bei dieser Fehlbildung zumeist vorhandene sog. Tracheomalazie kann gesehen, in ihrer Relevanz aber naturgemäß (noch) nicht eingeschätzt werden.Schließlich wird die Tracheahinterwand inspiziert, um eine Fistel zum proximalen Ösophagussegment zu entdecken. Diese Fisteln sind in aller Regel eher im proximalen Drittel und sehr zart, oftmals nur an einem sternförmigen Schleimhautfaltenverlauf zu erkennen. Andere tracheale Anomalien wie z.b. Divertikelartige Fehlbildungen oder auch H-Fisteln sind hingegen sehr gut zu sehen.

Bei der Nachsorge der Kinder mit Ösophagusatresie ist die Trachebronchoskopie vor allem wichtig zur Entdeckung von Fistelrezidiven und für die Einschätzung der Tracheomalazie. Zusätzlich können auch funktionelle Untersuchungen des Larynx erfolgen.

Ergebnisse: Die Konsequenzen für die weitere operative Versorgung sind immer individuell zu bestimmen. Beispiele werden vorgestellt.

Schlussfolgerung: Die Trachebronchoskopie ist auch bei kleinen Neugeborenen und Frühgeborenen mit Ösophagusatresie sicher durchführbar. Sie gibt wertvolle Hinweise für die anschließende operative Versorgung der Fehlbildung und sollte daher an Zentren für die Versorgung dieser Fehlbildung zum diagnostischen Spektrum gehören.