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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Untersuchung der Lebensqualität nach totaler Pankreatektomie

Meeting Abstract

  • Rouwen Riediger - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-,Viszeral und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Alexander Rehders - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-,Viszeral und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Elham Tabibi - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-,Viszeral und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Andrea Alexander - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-,Viszeral und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Levent Dizdar - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-,Viszeral und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Galatia Papadopoulou - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-,Viszeral und Kinderchirurgie, Düsseldorf
  • Wolfram Trudo Knoefel - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-,Viszeral und Kinderchirurgie, Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch360

DOI: 10.3205/12dgch360, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3601

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Riediger et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Obwohl in ausgewählten Fällen zunehmend häufiger eine totale Pankreatektomie erfolgt, wird dieser Eingriff weiterhin kontrovers diskutiert. Insbesondere zur Lebensqualität nach totaler Pankreatektomie liegen noch keine systematischen Untersuchungen vor.

Material und Methoden: Im Verlauf von 7 Jahren wurden an der HHU Düsseldorf 42 totale Pankreatektomien durchgeführt. Dies erfolgte bei 71% der Patienten aus primär onkologischen Gründen, während bei 29 % der Patienten eine sog. „salvage“ Pankreatektomie auf Grund komplizierter Pankreasvoroperationen durchgeführt wurde. Die Lebensqualität wurde mittels EORTC QLQ-C30 Fragebogen 3 Monate nach Entlassung erhoben. Des Weiteren wurden Verlaufsparameter wie HbA1c und Blutzuckerkomplikationen ermittelt. Zusätzlich erfolgte ein onkologisches follow - up mit einer mittleren Beobachtungszeit von 38,3 Monaten

Ergebnisse: Die perioperative Mortalität (60 Tage) betrug 28 %. Erwartungsgemäß war das postoperative Langzeitüberleben bei Patienten mit Pankreasadenokarzinom deutlich schlechter als bei neuroendokrinen Karzinomen (15,78 versus 64,5 Monate). Der Intensivaufenthalt betrug im Mittel 16,76 Tage (60% < 10 Tage; 40% > 10 Tage). Die funktions- und symptombezogenen Lebensqualitätsergebnisse mit 50,18 (0-100) bzw. 41,14 (0-100) waren deutlich besser als die eher subjektive globale Lebensqualität mit 38,55 (0-100). Patienten mit neuroendokrinem Karzinom und mit „salvage“ Pankreatektomie zeigten hierbei eine deutlich bessere globale Lebensqualität als Patienten mit Pankreaskarzinom. Der mittlere Gewichtsverlust im Gesamtkollektiv betrug 25,11% des Körpergewichts. 63% der Patienten gaben an, keine Schwierigkeiten mit der Blutzuckereinstellung zu haben. Das HbA1c betrug im Mittel 6,95%.

Schlussfolgerung: Die perioperative Mortalität nach totaler Pankreatektomie ist weiterhin vergleichweise hoch. Die Analyse der Lebensqualität drei Monate nach Entlassung zeigte dagegen überraschend gute Ergebnisse. Insbesondere die Einstellung des Blutzuckers scheint weniger problematisch als erwartet zu sein. Auch Patienten mit lebensbedrohlicher Arrosionsblutung nach Pankreasvoroperation haben langfristig eine akzeptable Lebensqualität.