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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Anteil histologisch nachweisbarer IPMN bei Patienten mit der initialen Verdachtsdiagnose IPMN des Pankreas

Meeting Abstract

  • Markus Rentsch - Chirurgische Klinik und Poliklinik der LMU Muenchen, Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Regina Oedekoven - Chirurgische Klinik und Poliklinik der LMU Muenchen, Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Axel Kleespies - Chirurgische Klinik und Poliklinik der LMU Muenchen, Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Martin Angele - Chirurgische Klinik und Poliklinik der LMU Muenchen, Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Karl-Walter Jauch - Chirurgische Klinik und Poliklinik der LMU Muenchen, Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Christiane J. Bruns - Chirurgische Klinik und Poliklinik der LMU Muenchen, Klinikum Grosshadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch303

DOI: 10.3205/12dgch303, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3038

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Rentsch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie (IPMN) stellt eine Form der selten auftretenden zystischen, intraduktalen Tumoren des Pankreas dar. Derzeit wird angenommen, dass etwa 50% der Tumore nach langem intraduktalem Wachstum invasiv werden können. Allerdings ist bislang nicht geklärt, zu welchem Anteil die Erkrankung bei zystischen Veränderungen des Pankreas überhaupt zugrunde liegt, und wie sich der Verlauf unter den verschiedenen therapeutischen Regimen entwickelt. Aus diesem Grund wurden bei Patienten mit zystischen Pankreasveränderungen, die in unserer Klinik abgeklärt wurden, hinsichtlich Subtyp, Therapieformen und Verlauf der Erkrankung nachverfolgt.

Material und Methoden: Zwischen 2005 und 2010 wurden insgesamt 92 Patienten mit zystischen Pankreasveränderungen unklarer Genese bei denen die Verdachtsdiagnose IPMN im Vorfeld geäußert wurde, identifiziert. Die Auswertung umfasste die Analyse der Basisdokumentation unserer Klinik, die durch spezielle Fragebögen für Patienten und Hausärzte ergänzt wurde. Hieraus wurden die Ergebnisse der Diagnostik, Erkrankungssubtyp und Verlauf ermittelt.

Ergebnisse: Zusätzlich zur Schichtbildgebung mittels MRT und CT waren bei jeweils 14 Patienten eine Endosonographie oder ERCP zur Diagnosefindung erforderlich. Auf dem Boden der Diagnostik ergaben sich 35 pathologische Befunde des Pankreas, davon 11 IPMN und 12 Karzinome, bei 13 Patienten konnte eine IPMN bzw. Karzinom sicher ausgeschlossen werden. Bei 14 Patienten wurde eine Pankreaskopfresektion durchgeführt, bei 4 Patienten eine Linksresektion, bei 4 weiteren eine andere Operation. Die histologische Aufarbeitung ergab 12 mal die Diagnose intraduktaler Neoplasien (5x PanIN 1A oder B), wobei 5 Patienten an einem invasiven Karzinom litten. Im Langzeitverlauf waren 2 Patienten verstorben, ohne Bezug zu einer Form der IPMN.

Schlussfolgerung: Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten konnte die primäre Verdachtsdiagnose IPMN durch ausgefeilte Diagnostik ausgeschlossen werden, die Resektion histologisch eindeutig benignen Befunde erfolgte lediglich bei 4 Patienten. Die aktuellen, vorlaufigen Ergebnisse untermauern die derzeitige Strategie, bei bildgebendem Verdacht auf eine IPMN ein resezierendes Verfahren anzustreben.