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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Ösophaguskarzinomchirurgie nach Neoadjuvanz

Meeting Abstract

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  • Petra Kühn - Universitätsklinik Bochum Langendreer, Allgemeinchirurgie, Bochum
  • Andreas Wunsch - Universitätsklinik Bochum Langendreer, Allgemeinchirurgie, Bochum
  • Richard Viebahn - Universitätsklinik Bochum Langendreer, Allgemeinchirurgie, Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch280

DOI: 10.3205/12dgch280, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2802

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Kühn et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Resektion ösophagogastraler Tumore birgt trotz hoher Standardisierung erhebliche Risiken. So wird in der Literatur eine Morbiditätsrate zwischen 30 und 50% und eine Mortalitätsrate zwischen 2 und 10% angegeben. Die retrospektive Datenerhebung unseres Kollektivs wurde insbesondere unter dem Gesichtspunkt der neoadjuvanten Vorbehandlung durchgeführt.

Material und Methoden: Es wurden zwischen 5/2005 und 5/2011 68 Patienten (davon 18 Frauen und 50 Männer) an sogenannten AEG-Tumoren operiert (AEG I:38%, AEG II:16%, AEG III:23%, distales Ösophaguskarzinom 21%, sonst. 6%). Histologisch waren 72% Adenokarzinome und nur 7,5% Plattenepithelkarzinome (die nicht betrachtet wurden). Das Durchschnittsalter lag bei 62 Jahren. 49% waren neoadjuvant vorbehandelt. Getrennt betrachtet wurde die Gruppe, der aufgrund ihrer Komorbiditäten von der Neoadjuvanz zurückgezogenen Patienten. 72% wurden thorakoabdominell, 26,5% transhiatal reseziert.

Ergebnisse: Es mussten in 19% multiviscerale Resektionen durchgeführt werden. Damit wurden in 96% R0-Resektionen erreicht, 4% R1. Die Gesamtmorbidität unter Berücksichtigung der Stadien Clavien-Dingo II-IV lag bei 37%, davon betrug die pulmonale Morbidität 17%. Die Gesamtmortalität war 7%, die 30-Tage-Mortalität 4%. Die Rate an Anastomoseninsuffizienzen betrug 13%. Die Komplikationsrate (Clavien-Einteilung nach Stadien) in der Gruppe mit Neoadjuvanz (n=23) verglichen mit der Gruppe ohne Neoadjuvanz (n=25) war nicht unterschiedlich. Allerdings zeigten Patienten mit Major-Komorbiditäten mehr Komplikationen als Patienten mit Minor-Komorbiditäten.

Schlussfolgerung: Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Neoadjuvanz und postoperativen Komplikationen lässt sich nach unseren Daten nicht herstellen. Vielmehr sind die Komorbiditäten der Patienten einflussreich. Unterstützt wird diese These von der Gruppe Patienten, die aufgrund ihrer Komorbiditäten von der Neoadjuvanz ausgeschlossen wurden.