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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Laparoskopisches Vorgehen bei Darmendometriose: Technik und klinische Ergebnisse

Meeting Abstract

  • Hermann Keßler - Chirurgische Universitätsklinik Erlangen, Allgemeinchirurgie, Erlangen
  • Stefan Renner - Universitätsfrauenklinik Erlangen, Erlangen
  • Matthias Beckmann - Universitätsfrauenklinik Erlangen, Erlangen
  • Werner Hohenberger - Universitätsklinik Erlangen, Chirurgische Klinik, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch273

DOI: 10.3205/12dgch273, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch2738

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Keßler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Schmerzfreiheit und Wiederherstellung der Gebärfähigkeit sind primäre Ziele der Behandlung der symptomatischen Endometriose. Die operative Sanierung ist ein wichtiger Baustein der Therapie, besonders bei Infiltration des Darms durch Endometrioseherde. Dem Chirurgen bietet sich das laparoskopische Vorgehen an.

Material und Methoden: Insgesamt 122 Patientinnen mit Endometriose des kleinen Beckens und/oder Befall von Dünndarm, Colon oder Rektum wurden laparoskopisch operiert. Bei Fällen von Endometriose im rektovaginalen Abschnitt wurde zuerst eine transvaginale Exzision durchgeführt, dann das Rektum zirkulär mobilisiert und der Endometrioseherd, je nach Ausdehnung und Tiefeninfiltration, durch eine laparoskopisch assistierte tiefe Rektumresektion oder eine oberflächliche Abtragung aus der Rektumwand entfernt.

Ergebnisse: Das mediane Lebensalter lag bei 33 Jahren (18–54), 57 Patientinnen waren abdominell voroperiert. Die Appendix und der Dünndarm waren in jeweils vier Fällen betroffen, das Sigma bei 56 und das Rektum bei 88 Patientinnen befallen. Zum Teil lag ein mehrfacher Befall vor. Dementsprechend erfolgten vier Appendektomien, vier Dünndarm- und Ileocoecalresektionen, 15 lokale Wandexzisionen aus Sigma oder Rektum, 48 Sigma- und hohe Rektumresektionen und 57 laparoskopisch assistierte tiefe anteriore Rektumresektionen. In drei Fällen musste wegen der Ausdehnung des Befalls im kleinen Becken zu offenem Vorgehen konvertiert werden. Es traten fünf postoperative Anastomoseninsuffizienzen nach Rektumresektion auf, in weiteren drei Fällen kam es zu einer rektovaginalen Fistelbildung. Alle Fälle heilten nach Anlage eines protektiven Loop-Ileostomas zwischen dem 4. und 6. postoperativen Tag in der Folgezeit aus. Bei einer Patientin musste am 8. postoperativen Tag eine Appendektomie wegen akuter Appendizitis durchgeführt werden. Vier Patientinnen mit postoperativen Defäkationsschmerzen und fünf mit Harnwegsinfektion wurden konservativ behandelt.

Schlussfolgerung: Die intestinale Beteiligung einer Beckenendometriose betrifft meist das Rektum im Spatium rectovaginale und das Sigma, sodaß eine Sigma- oder Rektumresektion mit Anastomose im unteren oder mittleren Drittel erforderlich wird. Ein laparoskopisches Vorgehen ist sicher durchführbar.