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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

In vitro Expansion von regulatorischen T-Zellen der Ratte

Meeting Abstract

  • Nina Dobbernack - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover
  • Thorsten Lieke - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover
  • Jürgen Klempnauer - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover
  • Thomas Becker - Medizinische Hochschule Hannover, Direktor der Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie, Hannover
  • Hueseyin Bektas - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover
  • Florian Vondran - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch145

DOI: 10.3205/12dgch145, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch1453

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Dobbernack et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: CD4+CD25highFoxP3+ regulatorische T-Zellen (Tregs) spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Adaptationsmechanismen im Rahmen der Transplantation. Der Transfer von Tregs stellt daher einen neuen therapeutischen Ansatz zur Toleranzinduktion dar, mit dem Ziel, eine Reduktion bzw. den völligen Verzicht immunsuppressiver Medikamente zu ermöglichen. Allerdings lassen sich die Protokolle zur Expansion von humanen Tregs nicht unmittelbar auf die Ratte übertragen. Das Ziel dieser Studie war es somit, ein effizientes Protokoll zur Expansion von Ratten-Tregs zu entwickeln, um nachfolgend in vivo Transplantationsmodelle im Tier zu ermöglichen.

Material und Methoden: CD4+CD25high Tregs wurden mittels Zellsort aus Lymphknoten naiver Lewis-Ratten isoliert und mit RPMI-basiertem Medium kultiviert. Unter der Stimulation mit CD3/CD28-Antikörpern wurde der Einfluss verschiedener Kulturbedingungen/-zusätze auf die Proliferation und Vitalität der Zellen untersucht. Zusätzlich wurden Phänotyp sowie suppressorische Funktion der expandierten Tregs analysiert.

Ergebnisse: Unter Zusatz von IL-2 konnte durchschnittlich (n=15) eine 3,3±3,1/3,4±2,2-fache Expansion bei 74,1±13,9%/32,2±8,9%iger Vitalität der Tregs an Tag 7/14 erzielt werden, die Frequenz FoxP3-exprimierender Zellen lag bei 73,5±9,4% (Tag 7). IL-2 wurde durch Kulturüberstand von ConA-Blasten ersetzt (n=13); hierdurch konnte die Expansionsrate auf 11,4±8,8/8,3±4,2 (Tag 7/14) gesteigert werden. Dies war jedoch mit einer Reduktion von Vitalität (65,2±14,8%/24,7±10,4) sowie FoxP3-Expression (27,6±2,2%) assoziiert, so dass als dritte Gruppe (n=9) eine alternierende Verwendung beider Stimuli getestet wurde. Die Proliferation konnte so auf 9,4±3,5 an Tag 7 bei 77,5±11,0%iger Vitalität und 43,4±22,5%iger FoxP3-Expression gesteigert werden, die zudem noch bis Tag 14 bei 9,8±7,4 (Vitalität 30,1±12,0%) stabil blieb. Interessanterweise blieb der partielle Verlust der FoxP3-Expression ohne Folge für die suppressorische Funktion: mit den Tregs aller drei Gruppen konnte eine deutliche Suppression von Responder-T-Zellen bewirkt werden (IL-2: 94,1%, ConA-Kulturüberstand:84,0%, alternierend: 93,2%).

Schlussfolgerung: Regulatorische T-Zellen der Ratte lassen sich deutlich schwerer expandieren als das menschliche Korrelat. Das neu etablierte Protokoll (IL-2 + Überstand aus ConA-Blasten) ermöglicht jedoch eine effiziente Expansion der Zellen unter Erhalt einer starken suppressorischen Funktion trotz partiellem Verlust der FoxP3-Expression.