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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Polytrauma mit Durchtrennung der Arteria vertebralis im Rahmen eines Mordversuches. Ein Fallbericht.

Meeting Abstract

  • Georg Schramayer - Chirurgische Klinik Graz, Gefäßchirurgie, Graz
  • Michael Augustin - Universitätsklinik für Radiologie, Klinische Abteilung für interventionelle Radiologie, Graz
  • Johanna Fruhmann - Chirurgische Klinik Graz, Gefäßchirurgie, Graz
  • Peter Konstantiniuk - Chirurgische Klinik Graz, Gefäßchirurgie, Graz
  • Tina Cohnert - Chirurgische Klinik Graz, Gefäßchirurgie, Graz

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch084

DOI: 10.3205/12dgch084, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0841

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Schramayer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Eine 29-jährige Frau erleidet im Zuge eines Mordversuches durch einen Mann ein Polytrauma mit Subduralhämatom, versuchter Erdrosselung mit einem Elektrokabel, Knochenbrüche an der Hand und eine lebensbedrohliche Stich-Schnitt-Verletzung am rechten Hals durch ein Stanley-Messer mit Durchtrennung der rechten Arteria vertebralis.

Material und Methoden: Die Patientin wird vom Notarzt intubiert und beatmet in unsere Klinik eingeliefert und unter Reanimationsbedingungen im Operationssaal aufgelegt.

Mit Schwierigkeiten und entsprechendem Blutverlust gelingt es, den zentralen Anteil der Arteria vertebralis zu fassen und zu ligieren.

Die definitive Versorgung des peripheren Anteils kann durch eine Neuroembolisation der rechten Arteria Vertebralis erfolgreich vorgenommen werden. Dabei wird über eine 6 FR Katheterschleuse ein Chaperon Kathetersystem in die linke Arteria vertebralis eingebracht und die rechte in Cross Over Technik aufgesucht. Anschließend werden mehrere Coils distal des durchtrennten Gefäßendes eingebracht, bis eine vollständige Okklusion erreicht wird.

Zuletzt wird die Vena jugularis interna gefäßchirurgisch rekonstruiert und wegen des Subduralhämatoms seitens der Neurochirurgie eine Hirndrucksonde gelegt.

Ergebnisse: Zur Behandlung des psychischen Traumas wird die Patientin am 15. postoperativen Tag in eine entsprechende Klinik transferiert. Bis auf ein Horner-Syndrom rechts zeigten sich keine nennenswerten neurologischen Defizite.

Schlussfolgerung: Ein direktes Trauma der Arteria vertebralis führt zu einem lebensbedrohlichen Zustand. Bei vollständiger Durchtrennung ist eine Rekonstruktion der sich retrahierenden Gefäßenden in der Regel nicht möglich. Auch entzieht sich der periphere Gefäßanteil einer Exploration und somit seiner Versorgung. Die interventionell-radiologische Neuroembolisation ist das Mittel der Wahl eine derartige Verletzung zu sanieren.