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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Lebensqualität nach bariatrischer Chirurgie

Meeting Abstract

  • Thomas Küchler - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Allgemeine und Thoraxchirurgie, Referenzzentrum Lebensqualität, Kiel
  • Markus Ahrens - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Allgemeine und Thoraxchirurgie, Referenzzentrum Lebensqualität, Kiel
  • Clemens Schafmayer - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Allgemeine und Thoraxchirurgie, Referenzzentrum Lebensqualität, Kiel
  • Thomas Becker - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Direktor der Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie, Kiel

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch009

DOI: 10.3205/12dgch009, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch0099

Veröffentlicht: 23. April 2012

© 2012 Küchler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Adipositas per magna (BMI > 40) stellt auch in Deutschland ein erhebliches Risiko nicht nur für die Patienten selbst, sondern aufgrund der assoziierten Symptome zunehmend auch für das Gesundheitssystem insgesamt dar. Konservative Therapieansätze stoßen bei einer erheblichen Anzahl der Betroffenen an ihre Grenzen, sodass chirurgische Interventionen wie Magen Bypass oder Sleeve Gastrektomie als ultima Ratio einen hohen Stellenwert bekommen haben. Die Ergebnisse dieser Interventionen insbesondere in Hinblick auf die Lebensqualität sind Gegenstand der vorliegenden Studie.

Material und Methoden: Bis 7/2011 wurden 145 Patienten mit einem BMI > 40 bariatrisch operiert, davon 104 mit einer Sleeve Gastrektomie, 41 mit einem Magenbypass. Alle Patienten erhielten prä- und postoperativ sowie nach 3, 6 und 12 Monaten den EORTC QLQ C 30 als Standard – Lebensqualitätsfragebogen, ergänzt durch einen adipositasspezifischen Zusatzfragebogen (Adipositasmodul).

Ergebnisse: Die Ergebnisse in Bezug auf die einzelnen Dimensionen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität sind in Abb. 1 (Funktionsskalen) zusammengefasst: es kommt in nahezu jeder Dimension (z. B. „Global Health“, Physical Functioning“, Social Functioning) zu einer hochsignifikanten Verbesserung, in einigen Symptomskalen zu geradezu dramatischen Verbesserungen (Kurzatmigkeit, Fatigue, Schmerzen). Im Verlauf ist direkt postoperativ ein leichter Anstieg von Übelkeit und Appetitlosigkeit zu beobachten, der allerdings nach 6 Monaten abklingt. Keine Veränderungen zeigten sich in Bezug auf Diarrhoe oder Constipation. Einschränkend ist auf die Skala „Emotional Functioning“ („seelisches/emotionales Befinden“) hinzuweisen: nach dem postoperativen Anstieg bleiben die Werte hier auf – verglichen mit anderen Patientengruppen – eher niedrigem Niveau stabil. Dies deckt sich mit der klinischen Beobachtung, dass ca. 30% der erfolgreich operierten Patienten psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen bzw. diese nachfragen.

Schlussfolgerung: Bariatrische Interventionen stellen eine effiziente und kostengünstige Behandlungsoption mit exzellenten Ergebnissen hinsichtlich der Lebensqualität im postoperativen Verlauf dar. Zu beachten ist allerdings der hohe Bedarf an postoperativer psychotherapeutischer Unterstützung. Diese Ergebnisse sollten Eingang sowohl in die derzeitigen Leitlinien als auch in die Gespräche mit den Kostenträgern finden.