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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Perioperatives Outcome bei akuten symptomatischen Carotisstenosen und Verschlüssen

Meeting Abstract

  • Andrea Maria Dirrigl - Klinikum rechts der Isar, Klinik für Gefäßchirurgie, München, Deutschland
  • Andreas Kühnl - Klinikum rechts der Isar, Klinik für Gefäßchirurgie, München, Deutschland
  • Alexander Zimmermann - Klinikum rechts der Isar, Klinik für Gefäßchirurgie, München, Deutschland
  • Christian Reeps - Klinikum rechts der Isar, Klinik für Gefäßchirurgie, München, Deutschland
  • Holger Poppert - Klinikum rechts der Isar, Neurologische Klinik und Poliklinik, München, Deutschland
  • Hans-Henning Eckstein - Klinikum rechts der Isar, Klinik für Gefäßchirurgie, München, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch739

DOI: 10.3205/10dgch739, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch7392

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Dirrigl et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bis dato existiert keine eindeutige aktuelle Beweislage bezüglich dem Nutzen einer Carotisendarteriektomie sowie über das perioperative Risiko bei Patienten mit einer Crescendo-TIA,einem akuten progredienten Schlaganfall oder einem akuten symptomatischen Verschluss. Weiterhin ist unklar, welchen Einfluss das Zeitintervall zwischen neurologischer Symptomatik und CEA auf das postoperative Ergebnis hat. In dieser Studie erfolgt eine retrospektive Auswertung von Daten des eigenen Krankengutes im Zeitraum 2003 bis 31.08.2009.

Material und Methoden: Aus einem Gesamtkrankengut von CEA-Patienten von n=649 wurden n= 33 Patienten im Stadium IIIa und IIIb inkl. symptomatischer akuter thrombotischer Carotisverschlüsse eingeschlossen.

Ergebnisse: Von insgesamt 33 Patienten waren 16 männlich (48,5%) und 17 weiblich (51,5%). 7 Patienten (21,2%) hatten eine Crescendo-TIA, 15( 45,5%) einen progedienten Schlaganfall und bei 11 Patienten (33,3%) bestand ein symptomatischer akuter Verschluss der A. carotis. Bei 8 Patienten (24,3%) wurde eine Eversionsendarteriektomie, bei 14 Patienten (42,4%) eine konventionelle Carotis-TEA mit Patchplastik, bei 9 Patienten (27,3%) eine erfolgreiche Thrombektomie und bei 2 Patienten (6%) zunächst ein Thrombektomieversuch mit nachfolgender Ligatur der A. carotis interna, durchgeführt. Die perioperative Letalität betrug 6% (2 Patienten). 1 Patient verstarb an den Folgen eines fatalen ischämischen Schlaganfalls und eine Patientin aufgrund einer cerebralen Einblutung. Weitere vier Patienten (insgesamt 18,2%) erlitten einen neuen perioperativenSchlaganfall oder eine deutliche Verschlechterung der vorbestehenden Symptomatik (n=4 weiblich). Davon war bei 1 Patienten eine cerebrale Einblutung die Ursache.

Schlussfolgerung: Das perioperative Risiko bei notfallmässiger Carotis-CEA ist bei neurologisch instabilen Patienten höher als bei frühelektiven symptomatischen Patienten. Jedoch zeigt die Studie, dass für ausgewählte Patienten, die akute operative Versorgung mit Sicherheit lohnenswert ist. Prospektiv randomisierte Studien sind notwendig um diese Fragestellung zu beantworten.