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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Chirurgisches Management der komplizierten Typ-B Aortendissektion

Meeting Abstract

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  • Sasa-Marcel Maksan - Universtitätsklinikum Frankfurt am Main, Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland
  • Thomas Schmitz-Rixen - Universtitätsklinikum Frankfurt am Main, Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch731

DOI: 10.3205/10dgch731, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch7314

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Maksan et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In der Therapie der Stanford B Dissektion herrscht allgemeiner Konsens zum primär konservativen Vorgehen. Bei Auftreten von Organkomplikationen oder Aneurysmabildung steht die endovasculäre Behandlung im Vordergrund. Schwierig zu entscheiden bleibt über das Vorgehen bei fortbestehender visceraler Ischämie nach Stentgraftimplantation.

Material und Methoden: Im Zeitraum 10/2002 bis 07/2009 wurden in unserer Klinik 44 Patienten mit einer akuten Typ-B Dissektion stationär behandelt (31 Männer, 13 Frauen, Altersmedian 58 Jahre).

Ergebnisse: In 16 Fällen wurde rein konservativ behandelt, in 17 Fällen wurde ausschließlich eine thorakale Stentimplantation vorgenommen. Bei einem Patienten wurde eine verlegte Nierenarterie mit einem Stent rekanalisiert. Ein Patient verstarb kardial bedingt nach Stentimplantation. In 10 Fällen war eine chirurgische Intervention mit oder ohne Stentbehandlung erfolgt. Eine abdominelle Fensterungsoperation erfolgte in 7 Fällen. Aus dieser Gruppe verstarb 1 Patient im Multiorganversagen. Bei je einem Patienten wurde eine Transposition der A. subclavia, bzw. der A. mesenterrica superior bei Überstentung druchgeführt und in einem Fall erfolgte die offene Thrombektomie aus der AMS bei frischem Verschluss ohne Stentimplantation. Die Fensterungsoperation erfolgte nach medianer Laparotomie und subdiaphragmalem Ausklemmen der Aorta über eine infrarenale Aortotomie. Die intraoperative Kontrolle erfolgte mittels farbkodierter Duplexsonographie und Frequenzanalyse.

Schlussfolgerung: Die chirurgische Fensterungsoperation mit Auslösen der Dissektionsmembrane stellt eine wichtige Ergänzung in der Behandlung der komplizierten Typ-B Dissektion dar. Bei guter technischer Durchführbarkeit bietet sie gegenüber der interventionellen Fensterung den Vorteil der unverzüglichen, kontrastmittelfreien Durchführbarkeit und einer direkten apparativen und visuellen Durchblutungskontrolle der viszeralen Organe.