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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Pankreasheterotopien im Bereich des Duodenums

Meeting Abstract

  • Marius Distler - Universitätsklinikum Dresden, Vizeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Frank Dobrowolski - Universitätsklinikum Dresden, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Daniela Aust - Universitätsklinikum Dresden, Institut für Pathologie, Dresden, Deutschland
  • Robert Grützmann - Universitätsklinikum Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Hans-Detlev Saeger - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch667

DOI: 10.3205/10dgch667, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6671

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Distler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Heterotopien des Pankreas sind mit die Häufigsten und können überall im Gastrointestinaltrakt vorkommen. Dominierend sind die Lokalisationen im Magen und Duodenum. In den meisten Fällen bleiben die Heterotopien asymptomatisch und werden erst im Rahmen einer Autopsie bzw. pathohistologisch gesichert. Vor diesem Hintergrund haben wir unser Patientengut analysiert.

Material und Methoden: Die Aufarbeitung erfolgte retrospektiv von 01/2000–06/2009 anhand der prospektiv geführten chirurgischen Pankreasdatenbank in Kooperation mit der Pathologie. Analysiert wurden Fälle bei denen duodenale Pankreasheterotopien in der histologischen Untersuchung nach Pankreasresektion oder Duodenumresektion befundet wurden. Klassifikation der Heterotopien nach Heinrich: (Typ I: Normale Acini, Gänge und Inselzellen, Typ II: Acini und wenige Gänge bei fehlenden Inselzellen, Typ III: überwiegend Gänge diese können zystisch dilatiert sein, wenig Acini, Inselzellen fehlen)

Ergebnisse: Im oben angegebenen Zeitraum wurden an unserer Klinik insgesamt n=657 Pankreasresektionen durchgeführt. Bei 33 Pat. (5,0%) fanden sich pankreatische Heterotopien im Bereich des Duodenums. Die Pankreasresektion (PPPD n=26, Whipple n=6, Linksresektion mit Duodenumteilresektion n=1) erfolgte bei diesen Patienten aus verschiedensten Indikationen (Chron. Pankreatitis n=17, Malignome n=9, Zyst. Neoplasien n=5, Neuroendokrine Tumoren n= 2). Ein Zusammenhang zwischen OP-Indikation und symptomatischer Heterotopie lässt sich nur in einem Fall (Whipple bei Malignomverdacht) eindeutig definieren. Zusätzlich erfolgte eine Duodenumresektion bei unklarer stenosierender Raumforderung, welche sich dann in der histologischen Untersuchung als Pankreasheterotopie darstellte. Es wurden die Typen: I n=12, II n=17 und III n=5 nach Heinrich befundet.

Schlussfolgerung: Die klinische Diagnose einer Pankreasheterotopie wird präoperativ kaum gestellt sondern meistens erst bei der Aufarbeitung des Operationspräparates entdeckt. In zwei Fällen führte eine symptomatische duodenale Pankreasheterotopie zur OP-Indikation. Somit stellen Pankreasheterotopien seltene Differentialdiagnosen bei Raumforderungen im pankreaticoduodenalen Bereich dar. Bei Symptomatik ist die Indikation zur Resektion gegeben.