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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Einflussfaktoren für die lokale Morbidität bei Pankreaskopfresektion bei chronischer Pankreatitis

Meeting Abstract

  • Felix Rückert - Universitätsklinik Dresden, VTG-Chirurgie, Dresden, Deutschland
  • Stephan Kersting - Universitätsklinikum Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Frank Dobrowolski - Universitätsklinikum Dresden, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Christian Pilarsky - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Hans-Detlev Saeger - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Robert Grützmann - Universitätsklinikum Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch608

DOI: 10.3205/10dgch608, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6082

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Rückert et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Obwohl die perioperative Mortalität der Pankreaskopfresektionen (PKR) bei chronischer Pankreatitis in vielen Zentren deutlich unter 5% gesenkt werden konnte, sind lokale und allgemeine Komplikationen weiterhin häufig. Ziel der vorliegenden Analyse war es, Risikofaktoren für die perioperative lokale Morbidität zu ermitteln.

Material und Methoden: Es wurden 168 Patienten der VTG-Chirurgie der Uniklinik Dresden mit histologisch gesicherter chronischer Pankreatitis eingeschlossen. OP-Indikationen waren Schmerzen (93,5%), eine Raumforderung im Pankreaskopf (48,8%) oder intraabdominale Komplikationen der chronischen Pankreatitis (29,3%). Als PKR erfolgten die klassische Kausch-Whipple Operation in 42,9% und die PPPD in 57,1%. Als lokale Morbidität wurden Pankreatitis, Anastomoseninsuffizienz, Pankreasfistel, intraabdomineller Abszess bzw. Blutung und der Wundinfekt erfasst. Nach univariater Einzelanalyse von 42 potentiellen Risikofaktoren wurden 13 als signifikant identifizierte Faktoren ausgewählt und eine Multivarianzanalyse mittels binär-logistischer Regression durchgeführt und per Bootstrapping validiert.

Ergebnisse: Nach den 168 PKR zeigte sich insgesamt eine Mortalität von 0,6% (1 Patient), eine systemische Morbidität von 54,2% und eine lokale Morbidität von 14,3%. Multivariat signifikante Risikofaktoren der lokalen Morbidität waren ein Hypertonus (OR 3,2), ein erhöhtes Serum-Creatinin (OR 1,2) und der intraoperative Blutverlust (OR 4,9). Protektive Einflussfaktoren waren eine präoperativ bestehende exokrine Insuffizienz (OR 2,9) und Diabetes mellitus Typ II (OR 5,5).

Schlussfolgerung: Trotz Verbesserung der Mortalitätsraten ist die Komplikationsrate nach PKR hoch. Dies ist möglicherweise in Zusammenhang zu sehen mit der hohen Komorbidität der Patienten mit chronischer Pankreatitis. Unsere Analyse zeigte verschiedene Risikofaktoren für lokale Komplikationen, welche im perioperativen Management berücksichtigt werden sollten.