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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Procalcitonin in der Diagnostik postoperativer Pankreas-Fisteln

Meeting Abstract

  • Dominique Sülberg - St. Josef-Hospital Bochum, Klinik der Ruhr-Universität, Chirurgische Klinik, Bochum, Deutschland
  • Franziska Beuschel - St. Josef-Hospital Bochum, Klinik der Ruhr-Universität, Chirurgische Klinik, Bochum, Deutschland
  • Christiane Kotschenreuther - St. Josef-Hospital Bochum, Klinik der Ruhr-Universität, Chirurgische Klinik, Bochum, Deutschland
  • Ansgar Michael Chromik - St. Josef-Hospital Bochum, Klinik der Ruhr-Universität, Chirurgische Klinik, Bochum, Deutschland
  • Waldemar Uhl - St. Josef-Hospital Bochum, Klinik der Ruhr-Universität, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch607

DOI: 10.3205/10dgch607, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch6071

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Sülberg et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Postoperative Pankreasfisteln (PF) gehören zu den häufigsten Major-Komplikationen nach Pankreas-Operationen. In der Diagnostik sind Amylase im Drainagen-Sekret und CRP-Wert etabliert. Der Stellenwert von PCT ist noch unzureichend untersucht. Ziel der Studie war es daher, PCT in der Diagnostik von Pankreasfisteln bzw. Major-Komplikationen zu evaluieren.

Material und Methoden: Es erfolgte eine prospektive Erfassung aller Pat. mit Pankreas-OPs vom 01.01. bis 15.09.2009. PCT, CRP u. Amylase im Drainage-Sekret wurden alle 2 d postoperativ bestimmt. Folgenden Parameter wurden analysiert: Diagnose, Alter, Komplikationen (Minor, Major, sekundär), PF (Grad A, B u. C; ISGPF-Definition). Die statistische Analyse erfolgte mittels ROC-Analyse u. Anova.

Ergebnisse: 107 Pankreas-OPs wurden durchgeführt. Es traten 15 Minor-, 12 Major- und 3 sekundäre Komplikationen auf. Unter den Major-Komplikationen zeigten sich im Drainagesekret 9 PF (8,9%), davon 3 Grad A-, 2 Grad B- u. 4 Grad C-Fisteln. CRP u. PCT waren bei Pat. mit PF u. sonstigen Major-Kompl. signifikant erhöht ab dem 10. postop. Tag (p≤0,001 bzw. p≤0,001; Anova). Die ROC-Analyse von PCT für das Vorliegen einer PF zeigt eine AUC von 0,736 (Sens.: 83%, Spez.: 72%; Cut-Off 17,8ng/ml), beim CRP eine AUC von 0,855 (Sens.: 86%, Spez.: 83%; Cut-Off 77,1 mg/l). Für das Vorliegen einer Major-Kompl. zeigt die ROC-Analsye beim PCT eine AUC von 0,977 (Sens.: 100%, Spez.: 93%; Cut-Off 20,9ng/l), beim CRP eine AUC von 0,770 (Sens.: 73%, Spez.: 84%;Cut-Off 77,1mg/l).

Schlussfolgerung: Die Daten zeigen, dass PCT in der Diagnostik von postoperativen Pankreasfisteln dem CRP gleichwertig ist. Die diagnostische Aussagekraft des PCT hinsichtlich der gesamten Major-Komplikationen scheint dem CRP überlegen zu sein.