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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Untersuchung zum Energieumsatz nach Roux-en-Y Gastric Bypass in der Ratte

Meeting Abstract

  • Marco Bueter - Universitätsklinik Würzburg , Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Würzburg, Deutschland
  • Florian Seyfried - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Würzburg, Deutschland
  • Andreas Thalheimer - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Würzburg, Deutschland
  • Christian Löwenstein - Universität Zürich, Institut für Veterinärphysiologie, Zürich, Schweiz
  • Carel le Roux - Imperial College London, Department of Investigative Medicine, London, Großbritannien
  • Steve R. Bloom - Imperial College London, Department of Investigative Medicine, London, Großbritannien
  • Thomas A. Lutz - Universität Zürich, Institut für Veterinärphysiologie, Zürich, Schweiz
  • Christoph-Thomas Germer - Universtitätsklinikum Würzburg, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Würzburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch575

DOI: 10.3205/10dgch575, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5759

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Bueter et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Mechanismen des anhaltenden Gewichtsverlustes nach Roux-en-Y Gastric Bypass (RYGB) sind unklar. Ziel der Studie war es, die Auswirkungen der Gastric Bypass Operation auf den Energieumsatz zu untersuchen.

Material und Methoden: In dreißig männlichen Wistar Ratten wurde entweder eine RYGB- (n=14) oder eine Sham-OP (n=16) durchgeführt. Die eine Hälfte der sham-operierten Ratten erhielt Futter ad libitum (sham ad lib), die andere Hälfte erhielt gerade soviel Futter wie nötig, um das gleiche Körpergewicht (KG) wie Ratten nach RYGB zu halten (sham KG-kontrolliert). Der Energieumsatz wurde mittels direkter Kalorimetrie gemessen.

Ergebnisse: RYGB Ratten wiesen 70 Tage nach Operation ein signifikant niedrigeres Körpergewicht auf als sham-operierte Ratten mit ad libitum Futter (414.3±13.8g vs. 603.2±6.6g, p<0.0001). Die KG-Kontrolltiere benötigten weniger Futter als RYGB Ratten, um das gleiche Körpergewicht zu halten (16.2±0.5g vs. 27.5±0.8g, p<0.001). Der 24 Stunden Energieumsatz war nach RYGB im Vergleich zu beiden Kontrollgruppen signifikant erhöht (RYGB: 4.50±0.04kcal/kg/h vs. sham ad lib: 4.29±0.08kcal/kg/h vs. sham KG-kontrolliert: 3.98±0.10kcal/kg/h, p<0.001). Die Unterschiede waren am grössten in der Ruhephase der Tiere (RYGB: 4.12±0.03kcal/kg/h vs. sham ad lib: 3.63±0.04 kcal/kg/h vs. sham KG-kontrolliert: 3.42±0.05 kcal/kg/h, p<0.001). RYGB Ratten zeigten eine erhöhten diätinduzierten Energieumsatz im Vergleich zu den KG-Kontrolltieren drei Stunden nach einer Testmahlzeit (10.5±2.0% vs. 0.41±1.9%, p<0.05). Nach RYGB wies das komplette Dünndarmpaket eine ausgeprägte muskuläre und mukosale Hypertrophie auf und zeigte im Vergleich zur Sham-Operation einen 72%igen Gewichtsanstieg (RYGB: 21.03±1.2g vs. sham ad lib: 12.19±0.6g, p<0.001).

Schlussfolgerung: Die RYGB Operation verhindert die bei Gewichtsverlust eigentlich zu erwartende Herabregulation des Energieumsatzes. Die Steigerung des Energieumsatzes ist möglicherweise durch eine Hypertrophie des Dünndarms erklärbar und liefert eine physiologische Erklärung für den anhaltenden Gewichtsverlust nach RYGB.