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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

In vitro proliferierende Leberzellen repopulieren Hepatozyten und gallengangsähnliche Zellen nach Transplantation

Meeting Abstract

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  • Sarah König - Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Göttingen, Deutschland
  • Petra Krause - Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Göttingen, Deutschland
  • H. Becker - Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Göttingen, Deutschland
  • Irmelin Probst - Universitätsmedizin Göttingen, Abteilung Biochemie I, Göttingen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch574

DOI: 10.3205/10dgch574, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5740

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 König et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Zelltransplantation stellt eine aussichtsreiche Alternative zur OLTx dar. Da auch adulte Hepatozyten nur sehr begrenzt zur Verfügung stehen, müssen regenerierende Spenderzellressourcen gefunden werden. Ein Ansatz besteht darin, Leberzellen in vitro zu vermehren und anschließend ihr Potential für die Zelltherapie zu evaluieren.

Material und Methoden: Hepatozyten proliferierten in einem Zellkultursystem mit Wachstumsfaktoren (EGF, FGF). Sowohl auf Proteinebene als auch auf mRNA-Ebene gelang der Nachweis charakteristischer Marker für Lebervorläuferzellen. DPPIV-defiziente Fischer-334-Ratten erhielten nach Vorbehandlung mittels Retrorsin und 30%iger Leberteilresektion 12 Mio proliferierende Leberzellen in die Pfortader injiziert. 24 Stunden, 3 und 5 Tage, 7 und 16 Wochen nach Transplantation wurden Immunfluoreszenzfärbungen zur Kolokalisation der Spenderzellen (DPPIV) mit hepatozytären Differenzierungsmarkern (Connexin 32, CYP450), Vorläufer- bzw. Gallengangsmarkern (OV6, CD49f, CK7) angefertigt. Der quantitative Repopulationsnachweis gelang mittels Lumineszenzverfahren.

Ergebnisse: Transplantierte Zellen integrierten und wuchsen in Clustern. Sie exprimierten nicht nur hepatozytäre Marker, sondern zeigten die Repopulation mit gallengangsähnlichen Markern. Diese Zellen formierten sich teilweise als duktuläre Strukturen in enger Nachbarschaft zum endogenen Gallengangssystem. Ferner fanden sich vereinzelte Spenderzellen mit Vorläufermarkern, die mutmaßlich keine weitergehende Differenzierung erfahren hatten.

Schlussfolgerung: In vitro proliferierende Hepatozyten nehmen Stammzelleigenschaften an und erhalten dadurch eine „Plastizität”, so dass nach Transplantation einerseits hochdifferenzierte Hepatozyten generiert werden, anderseits aber auch eine Transdifferenzierung mutmaßlich in Richtung Gallengangszellen stattfindet. Hierdurch eröffnen sich neue Perspektiven für einen möglichen, bipotenten Leberersatz.