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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Erhöhte Borreliose-Seroprävalenz in Patienten mit Aortenaneurysmata

Meeting Abstract

  • Gabor Gäbel - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Florian Corvinus - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Mitsuru Asano - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Hendrik Bergert - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Hans-Detlev Saeger - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Irene Hinterseher - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch558

DOI: 10.3205/10dgch558, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5580

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Gäbel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Ursachen aneurysmatischer Erweiterungen der Aorta sind vielseitig und bis heute nicht bis ins letzte Detail bekannt. Ein seltener, aber klinisch gut belegter Zusammenhang findet sich zwischen der Infektion mit Treponema pallidum und dem luetischen Aortenaneurysma. Der häufiger vorkommende Erreger der Lyme Borreliose, Borrelia burgdorferi, gehört ebenfalls zur Gruppe der Spirochäten. Einzelfallberichte über Aneurysmata der cerebralen und koronaren Gefäße bei Borreliosepatienten sind aus der Literatur bekannt. Eine Korrelation zwischen Aortenaneurysmen und einer positiven Borrelienserologie wurde bis heute nicht beschrieben.

Material und Methoden: Wir untersuchten die Borreliose-Seroprävalenz in unserem Patientenkollektiv mit Aneurysmen der Aorta. Als Vergleichsgruppe dienten uns pAVK-Patienten aus dem gleichen Beobachtungszeitraum. Die Ergebnisse wurden mittels Mann-Whitney-U-Test hinsichtlich signifikanter Unterschiede untersucht.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 57 Patienten mit einem Aortenaneurysma untersucht. Hierbei konnte in 56% ein positiver IgG Borreliosetiter erhoben werden. Zum Vergleich wird die Seroprävalenz der deutschen Durchschnittsbevölkerung zwischen 8–15% angegeben. In der Kontrollgruppe aus pAVK-Patienten (n=61) ließ sich mit 33% eine signifikant (p<0,05) geringere Seroprävalenz nachweisen.

Eine Primärantwort mit erhöhten IgM lag in keinem der untersuchten Patienten vor, eine Kreuzreaktion mit Treponema pallidum wurde bei allen Patienten serologisch ausgeschlossen.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse unserer Untersuchung weisen auf einen möglichen Zusammenhang zwischen stattgehabter Borrelienexposition und dem Auftreten eines Aortenaneurysmas hin, so dass die begünstigte Entstehung von Aneurysmen durch den Spirochäten Borrelia burgdorferi möglich erscheint.

Es stellt sich die Frage nach dem möglichen Pathomechanismus der Entstehung von Aneurysmen durch den Spirochäten Borrelia burgdorferi.