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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Der Platzbauch – eine retrospektive Analyse

Meeting Abstract

  • Nicholas Bohnert - Lukaskrankenhaus Neuss, Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Neuss, Deutschland
  • Thorsten Sauer - Lukaskrankenhaus Neuss, Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Neuss
  • Andreas Bär - Lukaskrankenhaus Neuss, Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Neuss, Deutschland
  • Peter Goretzki - Lukaskrankenhaus Neuss, Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Neuss, Deutschland
  • B.J. Lammers - Lukaskrankenhaus Neuss, Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Neuss, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch516

DOI: 10.3205/10dgch516, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5162

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Bohnert et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der postoperative Platzbauch stellt nach wie vor ein chirurgisches Problem mit hoher Letalität dar. Wir untersuchten unser „PB Patientenkollektiv“ um die aktuellen Therapiestrategien ggf. zu modifizieren.

Material und Methoden: In einer retrospektiven Kohortenstudie (1987–2008) von 19.545 Laparotomien konnten 116 Pat (0,59%), 88 männlich und 28 weiblich, mit einem revisionsbedürftigen postoperativen Platzbauch identifiziert werden. Es erfolgte eine Analyse der Daten der Erstoperation: Vorerkrankungen, intraoperative Kontamination, Notfalleingriff sowie Analyse der Revisionslaparotomie bezüglich postoperativer Morbidität und Mortalität. Ausserdem wurden die Patienten in 3 Gruppen eingeteilt: Restitutio, Rezidiv und Exitus letalis.

Ergebnisse: Bei der Einteilung der Patienten in die 3 Gruppen zeigte sich folgenede Verteilung: Restitutio: n=83, Rezidiv: n=11, Exitus letalis: n=22 Patienten. Die Verteilung der Patienten auf die 3 Gruppen zeigte bezüglich der Begleiterkrankungen an Leber/Galle und Niere signifikante Unterschiede zugunsten der Patienten in den Gruppen Rezidiv und Exitus letalis. Gleiches zeigte sich bei den postoperativen Komplikationen nach der PB Operation und auch bei der Therapie zeigte sich eine statistisch signifikant unterschiedliche Verteilung der Patienten auf die 3 Gruppen. Von 116 Patienten erhielten 67 eine Stütznaht, 29 eine direkte Naht und 19 ein Laparostoma. In der Gruppe Rezidiv (n=11) erhielten 9 Patienten eine Stütznaht, in der Gruppe Exitus (n=22) erhielten 16 Patienten eine Stütznaht. Von den insgesamt 19 Patienten die ein Laparostoma erhielten entfielen 14 auf die Gruppe Restitutio.

Schlussfolgerung: Das überraschend gute Outcome in der Gruppe der Patienten die mit einem Laparostoma therapiert wurden legt nahe, die Indikation zum Laparostoma in Zukunft grosszügiger zu Stellen.