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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Pankreas/Nieren- und Insel-Transplantation am Universitätsklinikum Dresden

Meeting Abstract

  • Stefan Ludwig - Universitätsklinikum Dresden, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Barbara Ludwig - Universitätsklinikum Dresden, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Steffen Anja - Universitätsklinikum Dresden, Medizinische Klinik III, Dresden, Deutschland
  • Helmut Witzigmann - Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, Städtisches Klinikum Universität Dresden, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Catrin Palm - Universitätsklinikum Dresden, Medizinische Klinik III, Dresden, Deutschland
  • Jens Passauer - Universitätsklinikum Dresden, Medizinische Klinik III, Dresden, Deutschland
  • Andreas Reichel - Universitätsklinikum Dresden, Medizinische Klinik III, Dresden, Deutschland
  • Steffen Leike - Universitätsklinikum Dresden, Klinik für Urologie, Dresden, Deutschland
  • Stefan Richard Bornstein - Universitätsklinikum Dresden, Medizinische Klinik III, Dresden, Deutschland
  • Michele Solimena - Universitätsklinikum Dresden, Experimentelle Diabetologie, Dresden, Deutschland
  • Stephan Kersting - Universitätsklinikum Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland
  • Hans-Detlev Saeger - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch513

DOI: 10.3205/10dgch513, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5133

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Ludwig et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Seit 2008 existiert am Universitätsklinikum Dresden ein Pankreas/Nieren- und Inseltransplantationsprogramm. Als Kooperationsprojekt der Kliniken für Chirurgie, Urologie, Diabetologie und Diabetes-orientierter Forschung bietet das Zentrum damit ein umfassendes therapeutisches Spektrum für die Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 (T1DM) und ermöglicht die direkte Translation wissenschaftlicher Arbeit in die klinische Anwendung.

Material und Methoden: Nach eingehender Evaluation erfolgt im Rahmen einer interdisziplinären Indikationskonferenz die Listung der Patienten bei Eurotransplant. Die Hauptindikation zur kombinierten Pankreas/Nieren-Transplantation stellt die präterminale bzw. terminale Niereninsuffizienz bei T1DM dar. Ein sehr selektioniertes Patientengut mit schwer führbarem T1DM und Hypoglykämieneigung („Brittle Diabetes“) wird für Inseltransplantation gelistet. Die kombinierte vaskularisierte Transplantation erfolgt intraabdominell mit enteraler Drainage; die Immunsuppression wird mit Thymoglobulin zur Induktion und der Kombination aus Tacrolimus, MMF und Prednisolon geführt. Die Inseltransplantation folgt dem „Edmonton-Protokoll“, die intraportale Inselinfusion erfolgte offen via Minilaparotomie.

Ergebnisse: Bisher konnten 13 Patienten auf die Warteliste für Pankreas/Niere aufgenommen werden, 11 Patienten wurden für Inseltransplantation evaluiert und gelistet. Bislang wurden 2 Patienten kombiniert Pankreas-/Niere transplantiert, beide weisen eine stabile Transplantatfunktion auf. Eine weitere Patientin wurde für eine Pankreas-Retransplantation bei funktionierendem Nierentransplantat gelistet und transplantiert. Bei initialer Organdysfunktion wurde die Explantation des Pankreas notwendig. Bei 3 Patienten wurde eine intraportale Inseltransplantation durchgeführt. Alle Patienten zeigen eine stabile Transplantatfunktion mit metabolischer Stabilität, eine signifikante Verbesserung des HbA1c und beschreiben eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität.

Schlussfolgerung: Das Dresdner Pankreas-/Nierentransplantationsprogramm zusammen mit einem erfolgreich etablierten Insel-Programm, eingebunden in ein innovatives Forschungsumfeld stellt ein in Deutschland aktuell einzigartiges Konzept dar.