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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Erfahrungen mit der Transplantation einer Hufeisenniere

Meeting Abstract

  • Hans Michael Hau - Universitätsklinik Leipzig, Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Leipzig, Deutschland
  • Mehmet Haluk Morgul - Uniklinikum Leipzig, Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Leipzig, Deutschland
  • Dirk Uhlmann - Universitätsklinik Leipzig, Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Leipzig, Deutschland
  • Armin Thelen - Uniklinikum Leipzig, Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Leipzig, Deutschland
  • Christoph Benckert - Universitätsklinikum Leipzig, Hepatobiliäre Chirurgie, Leipzig, Deutschland
  • Peter Fellmer - Universitätsklinikum Leipzig, Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Leipzig, Deutschland
  • Michael Bartels - Universitätsklinik Leipzig, Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Leipzig, Deutschland
  • Sven Jonas - Universitätsklinikum Leipzig, Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Leipzig, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch510

DOI: 10.3205/10dgch510, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5109

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Hau et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Hufeisenniere stellt mit einer Inzidenz von 1:600-800 die häufigste angeborene anatomische Fehlbildung der Niere da. Verschiedene Abnormalitäten der Gefäßversorgung und des ableitenden Harnwegssystems sind möglich. Hufeisennieren können en bloc oder nach Trennung des Isthmus transplantiert werden. Auf Grund ihrer geringen Inzidenz sind die Erfahrungen mit der Transplantation einer Hufeisenniere begrenzt. Wir berichten über unser Vorgehen bei der Transplantation einer Hufeisenniere.

Material und Methoden: Bei einem 58-jährigen Patient mit einer terminalen Niereninsuffizienz auf dem Boden einer chronischen Glomerulonephritis mit 6 Jahren Dialyse wurde eine Hufeisenniere eines 19-jährigen Spenders transplantiert. Die kalte Ischämiezeit betrug 15 Stunden. Auf Grund eines breiten Isthmus wie auch der komplexen Anatomie entschieden wir uns für die en bloc-Transplantation. Die Niere wurde hierbei intraperitoneal transplantiert. Die arterielle Anastomose erfolgte durch Anastomose des Aortensegments mit anhängenden 2 Nierenarterien auf die A. iliaca communis. Beide Nierenvenen wurden separat mit der V. cava anastomosiert. Beide Ureteren wurden separat im Sinne einer Ureteroneostomie (Gregoire) in die Blase eingepflanzt. Es bestand eine primäre Funktion der Niere. Der Patient wurde nach 14 Tagen mit einem Kreatinin von 120 µmol/l nach Hause entlassen.

Schlussfolgerung: Auf Grund des heute bestehenden Mangels an verfügbaren Spenderorganen sollten Hufeisennieren routinemäßig für die Nierentransplantation verwendet werden. Die Entscheidung ob en bloc-Transplantation oder Teilung hängt von vielen Faktoren ab. Auf Grund der komplexen Anatomie ist ein individuelles Vorgehen notwendig, das eine große Erfahrung des Transplantationschirurgen impliziert.