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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Erfolgreiche Nierentransplantation bei kongenitaler Vena cava und rechtsseitiger Arteria ilaca Hypoplasie

Meeting Abstract

  • Renate Reinhardt - Universiätsklinik Essen, Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Jürgen Treckmann - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Sonja Radünz - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Wolfgang Arns - Krankenhaus Merheim, Nephrologie, Köln, Deutschland
  • Oliver Witzke - Krankenhaus Merheim, Nephrologie, Köln, Deutschland
  • Andreas Paul - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch508

DOI: 10.3205/10dgch508, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch5088

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Reinhardt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Wir berichten über eine erfolgreiche orthotope Nierentransplantation bei einer Patientin mit kongenitaler Hypoplasie der Vena cava inferior sowie der rechtsseitigen Iliakalgefäße. Die Patientin entwickelte auf Grund einer chronischen Glomerulonephritis eine dialysepflichtige terminale Niereninsuffizienz. Im Juli 2007 wurde auswärtig eine Nierentransplantation in die linke Fossa iliaca als Lebendspende durchgeführt. Es kam zu einem primären Transplantatverlust durch eine arterielle Thrombose der Arteria renalis und das Transplantat musste am ersten postoperativen Tag explantiert werden. Die Patientin wurde daher zur Retransplantation gelistet.

Material und Methoden: Auf Grund der anatomischen Verhältnisse musste eine alternative chirurgische Operationstechnik gewählt werden. Im Juli 2008 konnte nach rechtsseitiger Eigennephrektomie eine allogene Nierentransplantation orthotop mit venöser Anastomose an die Portalvene und arterieller Anastomose an die rechte Arteria iliaca technisch problemlos durchgeführt werden. Zwölf Tage postoperativ entwickelte die Patientin eine kombinierte humorale und zelluläre Abstoßungsreaktion. Diese konnte erfolgreich mittels mehrmaliger Plasmapheresetherapien und Eskalierung der medikamentösen Immunsuppression therapiert werden. Sechs Monate nach der Transplantation entwickelte die Patientin eine virale, atypische Pneumonie mit einer passageren Hämodialysepflicht.

Ergebnisse: Aktuell ein Jahr nach stattgehabter Transplantation hat die Patientin eine suffiziente Eigendiurese bei einem Serumkreatinin von ca. 1,5mg/dl.

Schlussfolgerung: Die ortothope Nierentransplantation ist auch bei erwachsenen Patienten mit gefäßanatomischen Anomalien eine mögliche Therapie. Die im Falle einer kombinierten Pankreas/Nierentransplantation postulierten immunologischen Vorteile einer venösen Anastomose an die Portalvene konnten in dem hier beschriebenen Fallbericht nicht bestätigt werden.