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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Immunmonitoring nach Organtransplantation – nicht-invasive neue Nachweismethoden zur Beurteilung des Langzeitverlaufs transplantierter Patienten

Meeting Abstract

  • Igor Tsaur - Universtitätsklinikum Würzburg, Chirurgische Klinik I, Würzburg, Deutschland
  • Kai Lopau - Universtitätsklinikum Würzburg, Chirurgische Klinik I, Würzburg, Deutschland
  • Nader Najafian - Universtitätsklinikum Würzburg, Chirurgische Klinik I, Würzburg, Deutschland
  • Anil Chandraker - Universtitätsklinikum Würzburg, Chirurgische Klinik I, Würzburg, Deutschland
  • Christoph-Thomas Germer - Universtitätsklinikum Würzburg, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Würzburg, Deutschland
  • Ana Maria Waaga-Gasser - Universtitätsklinikum Würzburg, Chirurgische Klinik I, Molekulare Onkoimmunologie, Würzburg, Deutschland
  • Martin Gasser - Universtitätsklinikum Würzburg, Chirurgische Klinik I, Würzburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch495

DOI: 10.3205/10dgch495, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4953

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Tsaur et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Um bessere Langzeitfunktionsraten nach allogener Nierentransplantation (NTx) zu erzielen, wären Nachweisverfahren zu fordern, die eine chronische Transplantatabstoßung frühzeitig erkennen lassen. Ziel war es, zuverlässige, nicht invasive Nachweismethoden dafür zu entwickeln.

Material und Methoden: Einbezogen wurden 77 Patienten mindestens 6 Monate nach NTx mit einem CsA oder Tacrolimus/MMF/Steroid-basiertem Protokoll. 41 von 77 Patienten wiesen stabile Transplantatfunktionen (SF) auf, 36 Empfänger dagegen bioptisch nachgewiesene oder vermutete chronische Abstoßungen (chronic allograft dysfunction, CAD). Analysiert wurden die IFN-γ/IL-10 Profile propagierter PBMCs im Elispot (indirekte alloreaktive T Zellen) sowie Zytokin-Profile im Serum (16 Zytokine-Profil im Luminex).

Ergebnisse: Unter einer Tacrolimus basierten Immunsuppression zeigten sich signifikant mehr stabile Transplantatfunktionen (SF: Tac/MMF/Steroid 66,7%, n=20/30 vs. CsA/MMF/Steroid 44,7%, n=21/47). CAD-Patienten wiesen eine signifikante IFN-γ Antwort, dagegen die mit SF signifikante IL-10 Antworten auf (indirekter Elispot). Patienten mit CAD waren durch pro-inflammatorische Zytokinprofile charakterisiert (IL-2, IL-2R, IL-6, IL-17, IFN-γ), Patienten mit SF durch anti-inflammatorische Muster (IL-4, IL-5, IL-10, and IL-13). CAD-Patienten wiesen gegenüber denen mit SF höhere IL-1Rα/IL-1β und TNF-RI/TNF-α Ratios (p<0,001) auf.

Schlussfolgerung: Der IL-10/IFN-γ indirekte Elispot und das Profil pro-/anti-inflammatorischer Zytokine kann zur Differenzierung von Patienten mit einer sich klinisch verschlechternden Transplantatfunktion herangezogen werden. Die Ergebnisse könnten sich hilfreich in der Beurteilung einer wirksamen Unterdrückung der chronischen Alloimmunantwort im Verlauf erweisen. In langfristig stabilen Patienten wäre ein einfaches Immunmonitoring unter einer geplanten Minimierung der Immunsuppression möglich.