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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Der gestielte ALT-Lappen zur Bauchdeckenrekonstruktion

Meeting Abstract

  • Matthias Pfau - BG-Klinik Tübingen, Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, Tübingen, Deutschland
  • Patrick Jaminet - BG Unfallklinik Tübingen, Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, Tübingen, Deutschland
  • Afshin Rahmanian-Schwarz - BG-Klinik Tübingen, Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, Tübingen, Deutschland
  • Hans-Eberhard Schaller - BG-Klinik Tübingen, Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, Tübingen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch465

DOI: 10.3205/10dgch465, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4655

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Pfau et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der antero-laterale Oberschenkellappen (ALT) hat sich in unserer Abteilung als sicher zu präparierender Perforatorlappen zum freien mikrochirurgischen Transfer etabliert. Am Fallbeispiel eines großen Defektes nach nekrotischen Strahlenschaden im Unterbauch wird zum einen der Schwenkradius des gestielten ALT-Lappens demonstriert und zum anderern der Vorteil der mitgehobenen Fascia lata zum stabilen Bauchhernienverschluss dargestellt.

Fallbeispiel: Eine 70-jährige Patientin kommt zur Behandlung wegen eines stinkenden nekrotisch zerfallenden Strahlenulcus im mittigen Unterbauch.

Vorgehen

1.
radikale Exzision von Symphyse bis Bauchnabel unter Resektion aller Bauchwandschichten (25cm x 15cm)
2.
Omentumplastik
3.
Vakuumversiegelung
4.
Histologie : Malignitätsausschluss
5.
plastische Deckung mit gestieltem ALT-Lappen von re unter Mitnahme eines großen Anteils Fascia lata
6.
Durchzug des Lappens unter dem Musculus rectus femoris
7.
Einnähen der Faszia lata an die Bauchwandränder
8.
Wundverschluss

(Abbildung 1 [Abb. 1])

Ergebnisse:

  • spannungsfreie Rotation des Perforatorappens vom Oberschenkel zum Unterbauch ohne jegliche Durchblutungsstörung
  • Komplikationsloser Verlauf, Wundheilung per primam
  • keine Bauchwandschwäche, keine Herniation
  • großer Gewinn an Lebensqualität für die Patientin

Schlussfolgerung: Der gestielte ALT -Perforatorlappen eignet sich gut zur Rekonstruktion von komplizierten Wunden im Unterbauch.