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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Transumbilicale „Single Port“-Appendektomie – erste Erfahrungen und Ergebnisse

Meeting Abstract

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  • Georg Liesaus - Vivantes Klinikum Am Urban, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Berlin, Deutschland
  • Dietmar Jacob - Vivantes Klinikum Am Urban, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Berlin, Deutschland
  • Roland Raakow - Vivantes Klinikum Am Urban, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch446

DOI: 10.3205/10dgch446, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4463

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Liesaus et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die laparoskopische Appendektomie mit drei Trokaren ist gegenwärtig in vielen Kliniken die Standardoperation. In den letzten 2 Jahren führte das Streben nach einer weiteren Minimalisierung des Operationszugangs zur Vorstellung neuer OP-Techniken ohne sichtbare Narbenbildung, von denen die transumbilicale „Single Port“-Technik die wohl vielversprechendste ist. In dieser Fallstudie beschreiben wir unsere ersten Erfahrungen mit der der laparoskopischen Appendektomie in transumbilicaler „Single Port“-Technik.

Material und Methoden: Von 5/2009 bis 9/2009 wurden 16 Patienten (11 Frauen, 5 Männer, mittleres Alter 23,5 (16–42) Jahre) über einen alleinigen transumbilicalen „Single Port“ (TriPort®) laparoskopisch appendektomiert. Alle Operationen wurden durch 3 Chirurgen unter Anwendung einer identischen Technik durchgeführt. Verwendet wurden für alle Eingriffe eine 5 mm 30° Optik und übliche laparoskopische Instrumente.

Ergebnisse: Bei allen 16 Patienten konnte die Operation als reine „Single Port“-Appendektomie ohne zusätzliche Trokare sicher abgeschlossen werden. Die Operationen wurden ausnahmslos als Notfalleingriff bei akuter Appendizitis durchgeführt, die Diagnose bestätigte sich histologisch in 14 Fällen. Die Operationszeit betrug im Mittel 40 (30–69) Minuten. Während der mittleren Verweildauer von 3,4 (2–5) Tagen konnten keine Komplikationen notiert werden. Auch im weiteren postop. Beobachtungszeitraum wurden bisher keine Komplikationen beobachtet.

Schlussfolgerung: Die transumbilikale „Single Port“-Appendektomie ist nach unseren bisherigen Erfahrungen ein gut beherrschbares und sicheres Verfahren. Die Technik kann bei beiden Geschlechtern gleichermaßen angewendet werden und ist damit dem ebenfalls keine sichtbaren Narben hinterlassenden transvaginalen laparoskopischen Operationsverfahren überlegen. Da der Bauchnabel ein embryonaler „Natural Orifice“ ist, kann die „Single Port“-Appendektomie aus unserer Sicht als ein praktikables NOTES-Verfahren eingeordnet werden, welches als ideal für den Einstieg in diese Operationstechnik zu werten ist.