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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Die „Single Port“-Cholecystektomie – ein sicheres und praktikables OP-Verfahren ohne sichtbare Narbenbildung

Meeting Abstract

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  • Roland Raakow - Vivantes Klinikum Am Urban, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Berlin, Deutschland
  • Georg Liesaus - Vivantes Klinikum Am Urban, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Berlin, Deutschland
  • Dietmar Jacob - Vivantes Klinikum Am Urban, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch443

DOI: 10.3205/10dgch443, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4433

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Raakow et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Seit 20 Jahren ist das laparoskopische Vorgehen „Goldstandard“ zur Durchführung der Cholecystektomie. In den letzten Jahren führte das Streben nach weiterer Minimalisierung des Operationszugangs ohne sichtbare Narbenbildung zur Vorstellung neuer OP-Techniken, von denen die transumbilicale „Single Port“-Cholecystektomie die z.Zt. wohl vielversprechendste ist.

Material und Methoden: Von 7/2008 bis 9/2009 wurden 182 „Single Port“-Cholecystektomien durchgeführt. In den ersten Monaten war die OP-Technik auf ausgewählte Fälle beschränkt, ab 10/2008 wurden alle Cholecystektomien ohne Selektion in „Single Port“-Technik durchgeführt. Es erfolgte jeweils eine Hautinzision im Grund des Bauchnabels (15–18 mm), über die nach Eröffnung der Bauchwandfascie ein „Single Port“-System (TriPort®) eingelegt wurde. Verwendet wurden eine 5 mm 30°-Optik und übliche laparoskopische Instrumente.

Ergebnisse: Operiert wurden 123 Frauen und 59 Männer, mittleres Alter 61 (27–82) Jahre.

Bei 179 Patienten wurde die Operation als reine „Single Port“-Cholecystektomie abgeschlossen. Bei 3 Patienten war die Einlage eines zusätzlichen 5 mm Trokars notwendig. Die Operationszeit betrug im Mittel 44 (30–112) Minuten. Der postop. Verlauf war bei 178 Patienten ungestört. In 3 Fällen kam es zu Wundheilungsstörungen im Nabel, die jeweils problemlos ausheilten; in einem Fall bestand eine Cysticusstumpfinsuffizienz, die nach Einlage eines Choledochusstents sistierte. Die überwiegende Anzahl der operierten Patienten war begeistert von der neuen OP-Technik, inbesondere von der Tatsache einer fehlenden sichtbaren Narbe.

Schlussfolgerung: Die „Single Port“-Cholecystektomie ist nach unseren Erfahrungen ist ein gut beherrschbares und sicheres Verfahren ohne sichtbare Narbenbildung. Durch die Verfahrensnähe zur üblichen laparoskopischen OP-Technik ist die „Single Port“-Cholecystektomie für viele Chirurgen leicht erlernbar und damit eine praktikable Alternative zu echten NOTES-Verfahren. Aus unserer Sicht ist es vorstellbar, dass die „Single Port“-Technik zukünftig „Goldstandard“ der minimal-invasiven Cholecystektomie wird.