gms | German Medical Science

127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Sind Operationen ambulant in gleicher oder höherer Qualität möglich als stationär? Eine Auswertung von 330 ambulanten Eingriffen

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Klaus Dommisch - HELIOS Kliniken Schwerin, Klinik für Allgemeine und Viszeralchirurgie, Schwerin, Deutschland
  • Mathias Stöwhas - HELIOS Kliniken Schwerin, Klinik für Allgemeine und Viszeralchirurgie, Schwerin, Deutschland
  • Andreas Oling - Chirurgische Praxisklinik Schwerin Mitte, Schwerin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch353

DOI: 10.3205/10dgch353, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3533

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Dommisch et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Durch ökonomische Zwänge nimmt ambulante Patientenversorgung zu. Ambulante Eingriffe nehmen zu. Diese Eingriffe müssen die gleiche medizinische Qualität & Sicherheit für den Patienten garantieren wie stationäre Eingriffe. Qualität kann definiert werden, in welchem Maße eine Dienstleistung den bestehenden Anforderungen entspricht.

Material und Methoden: Es sind verschiedene Qualitätssicherungssysteme bekannt. Das hier verwendete System AQS1 liefert valide Daten zu Prozess- und Ergebnisqualität sowie zur Patientenzufriedenheit. Ein Vergleich eigener Daten mit über 320.000 dokumentierten amb. Operationen ist möglich. Es erfolgt eine Auswertung der amb. Eingriffe der Praxisklinik Schwerin aus dem Jahr 2008.

Ergebnisse: Es wurden 330 OP's erfasst. Die Rücklaufquote der Patientenfragebögen betrug 49%. 76,7% der OP's waren Primäreingriffe. Bei den Patienten lag in 48% eine ASA I Klasse, in 51% ASA II sowie bei 2% ASA III bei 2% vor. Intraoperativ trat in 0,3% der Fälle eine Blutungs- & in 0,6% eine technisch Komplikation auf. Bei 2,6% musste eine Wundinfektion & bei 0,6% eine Thrombose behandelt werden. Eine stationäre Aufnahme im Verlauf war nicht erforderlich. Die Freundlichkeit der Praxis wurde mit 1,14, die Organisation & Terminplanung mit 1,23 (Schulnoten) bewertet. 99,4% der Patienten würden sich wieder ambulant operieren. 100% der Patienten würden die Praxisklinik weiterempfehlen.

Schlussfolgerung: Operationen können bei geeigneter Patientenselektion in hoher Qualität ambulant durchgeführt werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisqualität ambulant & stationär vergleichbar ist. Die Komplikationsrate im stationären Bereich ist höher, jedoch müssen Risikofaktoren der stationär behandelten Patienten berücksichtigt werden. Die subjektive Zufriedenheit der Patienten wird stationär nicht erreicht. Exemplarisch seien hier Terminverschiebungen durch Notfälle zu nennen. Ebenfalls ist eine personenbezogene, kontinuierliche Betreuung stationär nicht darstellbar. Dennoch können überlegene Qualitätskennzahlen ambulanter Einrichtungen dazu genutzt werden, stationäre Abläufe und Prozesse zu optimieren.