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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Ergebnisse fistelplastischer Operationen bei hohen Analfisteln

Meeting Abstract

  • Johannes Jongen - Proktologische Praxis Kiel, Abt. Chirurgische Proktologie Park-Klinik, Kiel, Deutschland
  • Hans-Günter Peleikis - Proktologische Praxis Kiel, Park-Klinik/Chirurgische Proktologie, Kiel, Deutschland
  • Anne Eberstein - Proktologische Praxis Kiel, Dres. Jongen, Peleikis und Kahlke, Kiel, Deutschland
  • Jens-Uwe Bock - Proktologische Praxis Kiel, Dres. Jongen, Peleikis und Kahlke, Kiel, Deutschland
  • Volker Kahlke - Proktologische Praxis Kiel, Park-Klinik/Chirurgische Proktologie, Kiel, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch298

DOI: 10.3205/10dgch298, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2984

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Jongen et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei hohen Analfisteln sind fistelplastische Operationen indiziert, da mit einer einfachen Spaltung mit größeren Kontinenzschäden zu rechnen ist. Bei den fistelplastischen Operationen werden aber in der Regel höhere Rezidivraten als bei der Spaltung beschrieben.

Material und Methoden: Um festzustellen wie hoch die Rezidiv- und Reoperationsrate nach fistelplastischen Operationen ist, wurde eine retrospektive Untersuchung von allen konsekutiven Patienten durchgeführt, die 1995 bis 2006 wegen einer hohen Analfistel (hoch transsphinkter, rektovaginal, suprasphinkter) operiert wurden. Parameter, die studiert wurden: Voroperationen, Art der Fistel, Art der durchgeführten Operation, Begleiterkrankungen, Reoperationen, Rezidive und Faktoren, die zum Rezidiv führen könnten.

Ergebnisse: Es wurden 114 Patienten operiert (58 Frauen, med. Alter 43 J.). Die innere Fistelöffnung lag bei 63 Patienten ventral (55%), bei 51 (45%) dorsal. Art der Fistel: hoch intersphinkter/supralevatorisch 11 (9,6%), hoch transsphinkter 79 (69,3%), rektovaginal 20 (17,5%), suprasphinkter 4 (3,5%). 11 Patienten (9,6%) hatten einen M. Crohn, 3 Patienten (2,6%) eine Colitis ulcerosa. Verfahren: proximal gestielte Verschiebelappenplastik 106 (93,0%), distal gestielte Verschiebelappenplastik 1 (0,9%), Fistulektomie mit primärer Sphinkterrekonstruktion 7 (6,1%). Mediane Nachbeobachtungszeit 1,6 Jahren (0–14,5 J.). 20 Patienten (17,5%) entwickelten unmittelbar nach der Fistelplastik eine Fistel oder einen Abszess, so dass weitere Eingriffe bzw. erneute Fistelverschlussoperationen notwendig wurden. Bei 11 dieser 20 Patienten konnten letztendlich die zugrundeliegende Fistel endgültig und dauerhaft saniert werden. Bei 9 Patienten (Rezidiv-Persistenzrate: 7,9%) gelang dies nicht.

Schlussfolgerung: Der fistelplastische Verschluss hoher Analfisteln hat eine vertretbare Rezidiv- und Reoperationsrate. Rektovaginale Fisteln, insbesondere bei Patientinnen mit M. Crohn haben eine höhere Rezidivrate.