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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Organspenden von Verbrennungspatienten

Meeting Abstract

  • Susanne Hellmich - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Ludwigshafen, Deutschland
  • Monika Schmid - Deutsche Stiftung Organtransplantation, Region Mitte, Mainz, Deutschland
  • Frederick Hernekamp - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Ludwigshafen, Deutschland
  • Tomislav Trupkovic - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Ludwigshafen, Deutschland
  • Günter Germann - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie - Schwerbrandverletztenzentrum, Ludwigshafen, Deutschland
  • Kai Megerle - BG Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletzenzentrum, Ludwigshafen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch269

DOI: 10.3205/10dgch269, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2697

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Hellmich et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Transplantationsmedizin ist ein unverzichtbarer Bestandteil eines hochentwickelten Gesundheitswesens. Traditionell galt ein schweres Verbrennungstrauma als Kontraindikation für eine Organspende. Gründe dafür waren die durch den Verbrennungsschock ausgelösten Organschäden und die mögliche bakterielle Kontamination. Die Weiterentwicklung in der Transplantationsmedizin und in der intensivmedizinischen Behandlung von Schwerbrandverletzten rechtfertigen eine neue Standortbestimmung und Reevaluation des Verbrennungspatienten als potentiellen Organspender.

Material und Methoden: In der Zeit von 1999–2009 wurden in unserer Klinik bei vier Patientinnen mit Verbrennungstrauma und hypoxischen Hirnschaden Organe für eine Organspende entnommen.

Ergebnisse: Die Patienten hatten ein durchschnittliches Alter von 43,3 (19–62) Jahren und eine VKOF von 32,5 (18–56)%. Die Patienten wurden alle am Unfallort reanimiert. Nach Feststellung des Hirntodes, Einwilligung durch die Angehörigen und Einleitung einer organprotektiven Therapie wurden insgesamt 8 Nieren, 3 Leber, 2 Herzen und ein Pankreas zur Organspende entnommen. Die Explantation fand durchschnittlich 4,75 (2–8) Tage nach dem Unfallereignis statt. Alle Organe wurden erfolgreich implantiert. Das Pankreas musste aufgrund einer venösen Thrombose explantiert werden. Alle Patienten konnten mit funktionierenden Organen aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Schlussfolgerung: In der Literatur wurde bisher nur von sieben Organspenden von Verbrennungspatienten berichtet. Davon waren fünf Kinder sowie eine 47-jährige Patientin mit 13% VKOF und Zyanidvergiftung. Die implantierten 20 Organe waren bei einem Follow-up von 6 Monaten voll funktionstüchtig. Ein weiterer Fallbericht über einen 37-jährigen Patienten liegt vor, bei dem erstmalig auch die Lungen entnommen und erfolgreich implantiert wurden. Dies ist vor allem aufgrund des diagnostizierten Inhalationstraumas (IHT), bei jedoch guter Lungenfunktion bemerkenswert. Die vorgestellten Organspenden und ihr positiver Ausgang sollten Verbrennungszentren ermutigen Verbrennungspatienten nicht primär als Organspender auszuschließen.