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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Allogene Bluttransfusion ist ein prognostischer Faktor für das perioperative Outcome und Langzeitüberleben bei Ösophaguskarzinom

Meeting Abstract

  • Oliver Zehler - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Yogesh Kumar Vashist - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Josephine Dedow - Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Asad Kutup - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Emre F. Yekebas - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland
  • Jakob R. Izbicki - Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Hamburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch268

DOI: 10.3205/10dgch268, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2682

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Zehler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Transfusion von allogenem Blut ist mit erhöhter Morbidität und schlechtem Langzeitüberleben bei verschiedenen Karzinomen assoziiert. Ziel dieser Studie war es, die potentielle prognostische Rolle von allogener Bluttransfusion (aBT) in einem homogenen Ösophaguskarzinompatientenkollektiv zu untersuchen.

Material und Methoden: In der Studie wurden 480 nur resezierte Ösophaguskarzinompatienten eingeschlossen. Keines der Patienten erhielt eine neoadjuvante oder adjuvante Therapie. Die aBT wurde mit klinisch-pathologischen Parametern (chi-square und Mann-Whitney-U Test), perioperativer Mortalität und Morbidität (logistische Regressionsanalyse) und mit dem krankheitsfreien sowie Gesamtüberleben (Log-rank Test und Cox-Regressionsanalyse) untersucht. Die Ergebnisse wurden als odds ratio (OR) oder als hazard ratio (HR) mit 95% confidence Intervall (95% CI) angegeben.

Ergebnisse: Patienten, welche aBT erhielten, litten an grösseren Tumoren (P=0.01) und wiesen höhere Lymphknotenmetastasenrate (P=0.01) auf. Die aBT wurde als ein prognotischer Faktor für die perioperative Morbidität (OR 1.9, 95%CI:1.1–3.5, P=0.02) und Mortalität (OR 2,9, 95% CI:1.0–8.6, P=0.04) identifiziert. Die Tumorrezidivrate war signifikant mit aBT assoziiert (P=0.001). Das krankheitsfreie (P<0.001) sowie das Gesamtüberleben (P<0.001) waren deutlich höher bei den Patienten ohne Bluttransfusionen. Die Transfusion von allogenem Blut war mit nahezu doppelt so hohem Risiko für ein Tumorrezidiv (HR 1.8, 95%CI: 1.2–2.5, P=0.001) und Sterberisiko (HR 2.2, 95% CI:1.5–3.2, P<0.001) vergesellschaftet.

Schlussfolgerung: Das Design unserer Studie erlaubt es, den Einfluss von aBT auf den natürlichen Verlauf des Ösophaguskarzinoms zu untersuchen. Allogene Bluttransfusionen nehmen einen klinisch relevanten Einfluss auf den natürlichen Krankheitsverlauf von Patienten mit Ösophaguskarzinom und stellen einen unabhängigen prognostischen Faktor für das perioperative Outcome sowie Tumorrezidiv und Gesamtüberleben dar.