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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Anwendung der Larynx-Maske bei Durchführung von dilatativen, percutanen Tracheotomie

Meeting Abstract

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  • Tim Ramczykowski - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Bochum, Deutschland
  • Justyna Swol - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Chirurgische Intensivstation, Bochum, Deutschland
  • Thomas Weiss - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Klinik für Anaesthesiologie, Intensiv-, Palliativ- und Schmerzmedizin, B, Deutschland
  • Gert Muhr - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Chirurgische Intensivstation, Bochum, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch267

DOI: 10.3205/10dgch267, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2672

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Ramczykowski et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei einer Verletzung des Rückenmarks in Höhe C5 bis Th4 besteht je nach Ausmaß von Funktionseinschränkung, Co-Morbiditäten und Alter des Patienten beim Auftreten von pulmonalen Komplikationen eine relative Indikation zur Tracheotomie. In Abhängigkeit vom Verlauf muss das Tracheostoma permanent verbleiben oder kann nach Abklingen des spinalen Schocks entfernt werden. Insbesondere die verminderte mukoziliäre Clearance, ein insuffizienter Hustenstoß und veränderte Atemmechanik führen zum Sekretverhalt in den Alveolen, Atelektasenbildung und rezidivierenden Pneumonien. Intermittierende Beatmung in der Frühphase und vor allem die Sekretabsaugung ist über das Tracheostoma gewährleistet.

Material und Methoden: Wir berichten über die Anwendung der Larynx-Maske bei der Durchführung von dilatativen, percutanen Tracheotomien bei 2 Patienten mit Querschnittlähmung. Pat.1: 56 Jahre, inkomplette Tetraplegie sub C5. Pat.2: 67 Jahre, M. Bechterew, inkomplette Paraplegie sub Th 4

Ergebnisse: Beide Patienten konnten nach dem Auftreten der Verletzung in der Frühphase primär extubiert werden. Die Indikation zur Tracheotomie ergab sich im Verlauf aufgrund des querschnittsbedingt insuffizienten Hustenstoßes und respiratorischen Erschöpfung. Nach Einleitung der Narkose und Anlage der Larynx-Maske wurde die Bronchoskopie mit Videokontrolle durchgeführt. Die percutane Punktion, Dilatation und das Einbringen der Trachealkanülen erfolgten komplikationslos.

Schlussfolgerung: Die Tracheotomie bei Querschnittpatienten wird in unserer Klinik auch bei voraussichtlich permanenten Tracheostoma, percutan durchgeführt. Bei kleinem Durchmesser des Tracheostomas ist die Phonation besser, was zur höheren Lebensqualität der Patienten führt. Die Durchführung einer dilatativen percutanen Tracheotomie unter dem Einsatz einer Larynx-Maske ist möglich und sicher. Das Verfahren eignet sich für Patienten mit elektiver Indikation zur Tracheotomie, ohne die Notwendigkeit einer Notfallintubation. Der Vorteil des Verfahren liegt in der sicheren Darstellung der Trachea und des stabilen Atemwegszugangs. Das Zurückziehen des Tubus und Gefahr einer akzidentellen Extubation sowie der Cuff-Perforation entfallen.