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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Das „diagnostische Mosaik” der Indikationsstellung zur Antirefluxchirurgie bei der primären gastroösophagealen Refluxkrankheit

Meeting Abstract

  • Burkhard H. A. von Rahden - Universität Würzburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie Universität Würzburg, Deutschland
  • Jörg Filser - Universität Würzburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie Universität Würzburg, Deutschland
  • Christian Jurowich - Universität Würzburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie Universität Würzburg, Deutschland
  • Christoph Isbert - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik & Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäß- und Kinderchirurgie, Würzburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch262

DOI: 10.3205/10dgch262, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2624

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 von Rahden et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Zunehmend löst die Multikanal-intraluminale Impedanz-pH-Metrie (MII-pH-Monitoring) die 24-Stunden-pH-Metrie als Standardverfahren der Refluxdiagnostik ab. Die diagnostische Aussage wird um wertvolle Informationen, durch Darstellung einzelner Refluxereignisse anhand der Impedanz und die Möglichkeit der Symptomkorrelation, ergänzt. Die Bedeutung für die Indikationsstellung zur Antirefluxchirurgie ist allerdings noch nicht schlussendlich geklärt.

Material und Methoden: Wir berichten über Erfahrungen mit der Implementierung der Impedanz-pH-Metrie in einem Labor für gastrointestinale Funktionsdiagnostik (n=70 Patienten). Die neuen diagnostischen Informationen werden in das diagnostische Mosaik eingeordnet, und die Indikationsstellung durch Impedanzkriterien ausgeweitet.

Ergebnisse: Für die Indikationsstellung zur Antirefluxchirurgie wurden Information der Endoskopie (Refluxösophagitis, Barrett-Ösophagus, Axiale Hiatushernie), der PPI -Test (teilweises/ vollständiges/kein Ansprechen), klassische pH-Metrie-Kriterien (DeMeester Score/Fraktionszeit mit pH <4) sowie die Impedanzkriterien (saure und schwach-saure Refluxereignisse in 24 Stunden) und die Symptomkorrelation berücksichtigt. Der Leidensdruck der Patienten wurde mit einem detaillierten Symptomfragebogen bewertet. Mit der laparoskopischen Fundoplicatio wurde gute Symptomkontrolle erzielt, sowohl bei auf klassischen pH-Kriterien basierender Indikationsstellung, als auch bei erweiterten Indikationskriterien, basierend auf der Impedanzmessung.

Schlussfolgerung: Für die Indikationsstellung zur laparoskopischen Fundoplicatio steht ein komplexes „diagnostisches Mosaik” zur Verfügung: Die morphologischen Informationen der Endoskopie, der PPI-Test, die „klassischen” pH-Metrie-Kriterien, die Impedanzkriterien, sowie die Symptomkorrelation können heute als Basis für Therapieentscheidungen dienen, mit guten chirurgischen Ergebnissen.