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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Multimodaler Ansatz bei Tumorpatienten – Was leistet die Ernährungstherapie?

Meeting Abstract

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  • Hans-Bernd Reith - Klinikum Konstanz, Chirurgische Klinik I, Konstanz, Deutschland
  • Harald Tigges - Klinikum Konstanz, Chirurgische Klinik I, Konstanz, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch258

DOI: 10.3205/10dgch258, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2587

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Reith et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die prä- und postoperative Aufrechterhaltung der intestinalen Barrierefunktionen ist entscheidend für die Aufnahme belebter und auch unbelebter Noxen aus dem Darm, wie etwa Endotoxinen. Gleichzeitig haben Patienten mit Mangelernährung mehr Probleme in der postoperativen Phase, dieses trifft bei Tumorpatienten, besonders mit neoadjuvante Therapiestrategien, zu.

Material und Methoden: In zwei Kliniken der Maximalversorgung erfolgte eine Auswertung von 1.850 Patienten, hinsichtlich Ernährungsstatus, Verweildauer und Komplikationen. Die Erfassung erfolte mit dem NRS 2002 Ernährungs-Screening. Die anschließende Intervention durch standardisierten Ernährungsstrategien sollte eine ausreichende Applikation von Kalorien an ebenfalls 1.850 Patienten dokumentieren. Patienten mit multimodalen Konzepten erfahren vor einer Operation eine immunnutritive Therapie.

Ergebnisse: Die Auswertung der Ausgangssituationen demonstriert, dass 15 bis 25% des Chirurgischen Klinentels nach NRS 2002 eine Mangelernährung haben. Betrachtet man dazu die Krankenhausverweildauern und die Komplikationen, so zeigen sich prozentual deutlich höher liegende Ergebnisse (Abbildung 1 [Abb. 1]). Bei mangelernährten Patienten treten ca. in 30% Komplikationen auf, bei Patienten ohne dieses Risiko in knapp 6%. Die Krankenhausverweildauer liegt bei Patienten ohne Risiko bei 9 Tagen, im Fall mit Komplikationen über 21 Tage.

Durch konsequente Etablierung von Ernährungsregimen mit ca. 2.000 kcal pro Tag, wird die Rate an Komplikationen deutlich gesenkt. Die Ergebnisse der eigenen Erhebung bestätigen dieses.

Patienten mit neoadjuvanter Therapie erhalten vor OP eine 7–10-tägige ambulante Zusatzernährungstherapie mit Ernährungs-Drinks (3x200ml). Dadurch ist die postoperative Erholung wesentlich verbessert und die Komplikationsraten erniedrigt.

Schlussfolgerung: Eine umfassende Ernährung prä- und postoperativ sollte unverzichtbarer Bestandteil einer multimodalen Tumortherapie werden.