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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Die virtuelle Laparoskopie für den chirurgischen Nachwuchs

Meeting Abstract

  • Werner Kneist - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Abdominalchirurgie, Mainz, Deutschland
  • Markus Paschold - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Abdominalchirurgie, Mainz, Deutschland
  • Stephan Timm - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik für Allgemein- und Abdominalchirurgie, Mainz, Deutschland
  • Goldhammer Stephanie - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik für Anästhesiologie, Mainz, Deutschland
  • David Ghezel-Ahmadi - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland
  • Svea Hilgendorf - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Skills Lab, Mainz, Deutschland
  • Hauke Lang - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Abdominalchirurgie, Mainz, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch208

DOI: 10.3205/10dgch208, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2085

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Kneist et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Hintergrund: Die Indikation zu minimal-invasiven Operationen nimmt zu. Aufgrund der Komplexität der chirurgischen Verfahren, sollte dem Ausbildungseingriff ein Simulatortraining vorangestellt werden.

Material und Methoden: Vier Kurse (A-D) wurden konzipiert. Verwendet wurden 4 Laparoskopiesimulatoren. Studenten ab dem 10. Semester absolvierten ein 3 Termine umfassendes Curriculum. Für PJ-Studenten wurde das Simulatortraining im PJ-Logbuch festgeschrieben (Kameranavigation) (A und B). Für PJ-Studenten wurde ein interdisziplinäres Teamtraining angeboten (C). In einem eintägigen Kurs wurden Weiterbildungsassistenten unterrichtet (manuelle Fertigkeiten) (D). Technischen Leistungen wurden prospektiv erfasst. Teilnehmer beurteilten die Kurse anhand strukturierter Fragebögen.

Ergebnisse: (A) 76 Studenten wurden innerhalb von 8 Kursen unterrichtet (Bewertung: Note 1,3). 42 Teilnehmer (61%) gaben als Berufswunsch ChirurgIn an. Pars pro toto ließ sich für die Übung zur Exploration des abd. Situs mit 30° Optik hinsichtlich Operationszeit und Fehlerhäufigkeit eine Lernkurve nachweisen (p<0,001). Die Lernkurven waren steiler unter Aufsicht durch einen Chirurgen. Geschlecht und Zutrauen, bei einer lap. Operation zu assistieren, hatten signifikanten Einfluss auf die Operationszeit jedoch nicht auf die Fehlerhäufigkeit. Berufswunsch und Alter hatten keinen Einfluss auf das Resultat (p>0,05). (B) Der für PJ-Studenten (n=25) verpflichtende Unterricht wurde in der externen Evaluation sehr positiv hervorgehoben. (C) Der 1. interdisziplinäre Kurs führte zu sehr hoher Zufriedenheit (Note 1,5). (D) Die technische Leistung der Assistenzärzte lag kumuliert bei 69% im Median (interquartil range 56–97%). Die Erwartungen der Assistenzärzte wurden erfüllt (Note 1,3), der didaktische Aufbau anerkannt (Note 1,0) und der Kurs als lohnend empfunden (Note 1,2). Weiterführende Kursangebote zur Operationssimulation wünschten sich mehr als 90% aller Kursteilnehmer.

Schlussfolgerung: Die virtuelle Laparoskopie gewährleistet eine Vorbereitung auf Teilaspekte des praktischen Jahres, steigert das Interesse der Studenten am chirurgischen Fach und sollte zukünftig die klinische Ausbildung der chirurgischen Assistenten bereichern.