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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Das MR-sichtbare Mesh – erste in-vivo Visualisierung und Funktionsanalyse eines Stoma-Mesh im Tiermodell

Meeting Abstract

  • Jens Otto - Universitätsklinik der RWTH Aachen, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Aachen, Deutschland
  • Nils Krämer - Universitätsklinik der RWTH Aachen, Klinik für Radiologische Diagnostik, Aachen, Deutschland
  • Hank Donker - Universitätsklinik der RWTH Aachen, Klinik für Radiologische Diagnostik, Aachen, Deutschland
  • Gabriele A. Krombach - Universitätsklinik der RWTH Aachen, Klinik für Radiologische Diagnostik, Aachen, Deutschland
  • Ioana Slabu - Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik, Aachen, Lehrstuhl für Angewandte Medizintechnik, Aachen, Deutschland
  • Michael Hodenius - Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik, Aachen, Lehrstuhl für Angewandte Medizintechnik, Aachen, Deutschland
  • Uwe Klinge - Universitätsklinik der RWTH Aachen, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Aachen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch133

DOI: 10.3205/10dgch133, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1334

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Otto et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Für die Prophylaxe bzw. Versorgung von parastomalen Hernien ist der peristomale Einsatz von Mesh-Implantaten in direkter Nachbarschaft zum Darm unverzichtbar, kann somit aber zu besonderen Komplikationen wie Stenosierung oder Abknickung führen. Beim intra-abdominellen Einsatz von Mesh-Implantaten kann es darüber hinaus über Schrumpfung, Dislokation und Migration zu arrosionsbedingten Schäden von Intestinum kommen. Bislang ist die konventionelle Diagnostik wenig hilfreich, da sich aktuell mit Sonographie, CT und MRT nur Umgebungsreaktionen darstellen lassen, nicht aber das Mesh selber.

Material und Methoden: Im Rahmen dieses Projektes konnten wir durch Einschmelzen von MRT-Kontrastmittel in das Polymer PVDF ein MR-sichtbares Mesh herstellen. Nachdem wir mit diesem Mesh erstmals eine Mesh-Schrumpfung im Rattenmodel in-vivo visualisieren konnten, wird nun ein MR-sichtbares Stoma-Mesh im Kaninchenmodel untersucht. Hierzu wird ein MR-sichtbares Stoma-Mesh in laparoskopischer Technik im Kaninchen implantiert. Über einen Zeitraum von drei Wochen werden im wöchentlichen Abstand konventionelle Untersuchungen (Koloskopie, Röntgenaufnahme mit Kontrastmittelfüllung und Sonographie) durchgeführt. Die Ergebnisse werden mit den über den Versuchszeitraum regelmäßig durchgeführten MRT-Darstellungen und MRT-Funktionsanalysen (MR-Defäkographie) verglichen.

Schlussfolgerung: In dem hier durchgeführten Versuch wird erstmals im Zeitverlauf ein peristomal appliziertes Mesh und die damit verbundenen Beeinträchtigung am lebenden Tier visualisiert. Die Verwendung von MR-sichtbaren Netzen wird bei der Abklärung von Beschwerden helfen, ob die Komplikationen Mesh-bedingt sind und insbesondere ob das einliegende Mesh ausgebaut, ersetzt oder verändert werden muss. Das Projekt ist einer der Gewinner des Innovationswettbewerbs Medizintechnik 2007 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF 01EZ 0849) gefördert.