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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Etablierung eines Mausmodells für den Barrett Ösophagus und das ösophageale Adenokarzinom

Meeting Abstract

  • Matthias Raggi - Klinikum Rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik der TU München, München, Deutschland
  • Jörg Theisen - Klinikum Rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik der TU München, München, Deutschland
  • Caroline Rimkus - Klinikum Rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik der TU München, München, Deutschland
  • Matthias Schauer - Klinikum Rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik der TU München, München, Deutschland
  • Marcus Feith - Klinikum Rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik der TU München, München, Deutschland
  • Helmut Friess - Klinikum Rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik der TU München, München, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch095

DOI: 10.3205/10dgch095, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0957

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Raggi et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Zum besseren Verständnis der Pathogenese der Metaplasie-Karzinom-Sequenz beim Barrettkarzinom ist inzwischen ein Tiermodell an der Ratte weitestgehend etabliert. Dabei wird chirurgisch eine Refluxsituation erzeugt, entweder durch eine Ösophago-Jejunostomie oder eine Ösophago-Duodenostomie. Dies führt dann im Verlauf zur Ausbildung von Adenokarzinomen des Ösophagus. Zu differenzierten molekularbiologischen Untersuchungen (knock-out etc.) wäre es wünschenswert dieses Modell auf die Maus zu übertragen. Dies gelang bisher aufgrund der hohen perioperativen Letalität nicht.

Material und Methoden: Insgesamt 30 BALB-C Mäuse zwischen 22–25g erhielten eine Ösophago-Jejunostomie, wie schon am Rattenmodell beschrieben. Am 30. postoperativen Tag wurden die Tiere euthanisiert und eine histologische Untersuchung des Ösophagus durchgeführt.

Ergebnisse: Die Letalität lag bei 33%, wobei jedoch die Mehrzahl der verstorbenen Tiere unter den ersten 10 operierten Mäusen zu finden war. Dafür verantwortlich waren in erster Linie technische Schwierigkeiten in der Präparation der Anastomosenregion mit Blutungen bzw. Eröffnung der Pleurahöhlen. Von den übrigen Tieren verstarben nur noch 2 (10%). Bei 18 der 20 Mäuse, die untersucht werden konnten fand sich makroskopisch ein Tumor knapp oberhalb der Anastomose, histologisch einem Adenokarzinom entsprechend. Eine metaplastische Veränderung im Sinne einer Barrettmetaplasie zeigte sich nur in 2 Fällen. Alle Tiere zeigte eine ausgeprägte Ösophagitis. Bei einem Tier fand sich eine diffuse Lungenmetastasierung.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass nach einer entsprechenden Lernkurve ein Adenokarzinommodell des Ösophagus auch an der Maus mit vertretbarer Letalität möglich ist.