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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Akzidentelle Gallenblasenperforation bei Zufallsbefund Gallenblasenkarzinom – Kann der routinemäßigen Einsatz eines Bergebeutels vor Tumorzellaussaat schützen?

Meeting Abstract

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  • Thorsten Götze - Ketteler-Krankenhaus, Allgemein u. Visceralchirurgie, Offenbach, Deutschland
  • Vittorio Paolucci - Ketteler-Krankenhaus Offenbach, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Minimal-Invasive Chirurgie, Offenbach, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch061

DOI: 10.3205/10dgch061, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0617

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Götze et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die akzidentelle intraoperative Verletzung der Gallenblase bei incidentellen Gallenblasenkarzinoms(IGBC) ist ein Problem der Laparoskopie. Um Tumorzellverschleppung vorzubeugen, wird der Bergebeutels propagiert. Fraglich ist, ob die intraoperative Perforation bei IGBC wirklich zur Prognoseverschlechterung führt und ob der Bergebeutel hiervor schützen kann.

Material und Methoden: Zur Datengewinnung dient das CAES/CAMIC-Zentralregister: „Okkultes Gallenblasenkarzinom“.

Ergebnisse: 648 Fälle von IGBC sind bis dato ausgewertet. 367 wurden laparoskopisch operiert, bei 124 (33.8%) davon kam es zu einem Rezidiv. 206 Patienten wurden mit Bergebeutel operiert, die Rezidivrate beträgt 37% (n=76). 161 der laparoskopisch Operierten wurden ohne Bergebeutel operiert, die Rezidivrate betrug 29.8% (n=48). Bei 81 der 367 laparoskopisch Operierten kam es zur intraoperativen Perforation der Gallenblase, die Rezidivrate beträgt 43.2 % (n=35). Bei 59 dieser 81 Pat. wurde ein Bergebeutel benutzt, die Rezidivrate beträgt 42.3% (n=25). Die restlichen 22 der 81 Patienten wurden ohne Bergebeutel operiert, die Rezidivrate beträgt 45% (n=10). Die Gruppe ohne intraoperative Verletzung (n=286) hat eine Rezidivrate von 31% (n=89). 147 dieser 286 wurden mit Hilfe eines Bergebeutels operiert, die Rezidivrate liegt bei 34.7% (n=51), die restlichen 139 wurden ohne Beutel operiert, die Rezidivrate liegt bei 27% (n=38).

Schlussfolgerung: Die intraoperative Perforation bei IGBC führt zu signifikanten Verschlechterung (p< 0.05 Fisher exact Test).Patienten, die mit Beutel operiert wurden haben tendenziell eine höhere Rezidivrate, jedoch wurde signifikant häufiger bei Verletzung der Gallenblase von einem Beutel gebrauch gemacht. Nichtsdestotrotz ist die Rezidivrate in der Gruppe die mit Beutels ohne makrosk. Organverletzung operiert wurden höher, verglichen mit der Gruppe ohne Beutel und ohne makrosk. Perforation. Die Gründe müssen diskutiert werden.