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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Prognostische Relevanz von p21, p53 und deren Bedeutung als Response-Parameter für die adjuvante Therapie des kolorektalen Karzinoms

Meeting Abstract

  • S. Lipka - Chirurgische Klinik I, Charité - Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • A. Noske - Institut für Pathologie, Charité - Campus Mitte, Berlin, Deutschland
  • K. Müller - Chirurgische Klinik I, Charité - Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • H. J. Buhr - Chirurgische Klinik I, Charité - Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • corresponding author M. Kruschewski - Chirurgische Klinik I, Charité - Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9453

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch477.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Lipka et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Bedeutung von p53 und p21 als prognostische Faktoren und Response-Parameter für die adjuvante Therapie des kolorektalen Karzinoms werden kontrovers diskutiert. Das Ziel dieser Arbeit war es daher, den Stellenwert dieser beiden Gene an einem prospektiv dokumentierten Krankengut zu evaluieren.

Material und Methoden: Erfassung der Nachsorgedaten von 125 Patienten mit sporadischem kolorektalen Karzinom (Stadium UICC II und III), die im Zeitraum von 1995-2001 operativ behandelt worden sind. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 51,8±2,5 Monate. Die Proteinexpression der Gene wurde mittels Immunhistochemie an den Tumorblöcken der Patienten untersucht. Die Auswertung der Überlebenszeiträume erfolgte mit der Kaplan Meier Methode.

Ergebnisse: Die 5-Jahres-Überlebensrate der kurativ operierten Patienten betrug 64% und die rezidivfreie Überlebensrate 62%. Die immunhistochemische Analyse zeigte in 63% eine positive Expression von p53 und in 26% eine positive p21 Expression. Patienten mit p53-positiven Tumoren hatten mit 83,4±4,9 Monaten ein signifikant besseres Gesamtüberleben als p53-negative (p=0,048). Patienten mit p21-negativen Tumoren hatten mit 82,4±4,8 Monaten sowohl ein besseres rezidivfreies Überleben (p=0,02) als auch ein besseres Gesamtüberleben (83,9±4,5 Monaten) im Vergleich zu p21-positiven Patienten (p=0,005). Eine Subgruppenanalyse ergab einen Vorteil für Patienten mit p21-negativen/p53-positiven Tumoren. Das rezidivfreie Überleben betrug in dieser Gruppe 86,5±5,9 Monate (p=0,007), das Gesamtüberleben 94,5±5,0 Monate (p<0,0001) verglichen mit anderen Subgruppen wie p21-/p53-, p21+/p53+, p21+/p53-. Nach adjuvanter Therapie zeigten p21-negative Patienten einen Vorteil im Gesamtüberleben gegenüber denen ohne adjuvante Therapie (90,7±4,7 vs. 58,3±6,1 Monate, p=0,017). Patienten, deren Tumoren p21-negativ und zusätzlich p53-positiv waren, hatten ein deutlich verbessertes Gesamtüberleben nach Durchführung einer adjuvanten Therapie (99,4±4,8 vs. 66,9±6,8 Monate, p=0,012).

Schlussfolgerung: Das Zellzyklusregulationsgen p21 ist in Bezug auf das Überleben und den Effekt einer adjuvanten Therapie ein wichtiger prognostischer Parameter. Besonders günstig scheint die Kombination p21-/p53+ zu sein.