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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Knock out der c-Jun N-terminalen Kinase 2 (JNK2) aggraviert die Entwicklung der chronischen DSS-Colitis unabhängig von der intestinalen Zytokin-Expression

Meeting Abstract

  • corresponding author A.M. Chromik - Chirurgische Klinik, St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland
  • S. Kersting - Chirurgische Klinik, St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland
  • A.M. Müller - Institut für Kinderpathologie, Johannes Gutenberg Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • M. Albrecht - Chirurgische Klinik, St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland
  • C. Hilgert - Chirurgische Klinik, St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland
  • L. Frick - Institut für Pharmakologie, Universität Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Kiel, Deutschland
  • T. Herdegen - Chirurgische Klinik, St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland
  • U. Mittelkötter - Chirurgische Klinik, St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland
  • W. Uhl - Chirurgische Klinik, St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9690

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch464.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Chromik et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die c-Jun N-terminale Kinase 2 (JNK2) ist bei der Signaltransduktion chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (CED) beteiligt und reguliert u.a. die Expression proinflammatorischer Zytokine. Somit gilt JNK2 als möglicher Angriffspunkt in der CED-Therapie. Ziel der Arbeit war es daher, 1.) die Funktion von JNK2 in einer niedrig dosierten DSS Colitis anhand eines JNK2 knock out Modells zu untersuchen und 2.) die Expression von JNK2 abhängigen Zytokinen zu analysieren.

Material und Methoden: Es erfolgte die Induktion einer milden, chronischen DSS-Colitis (1,0%; 30 Tage) in JNK2 ko (knock out) Mäusen sowie den entsprechenden Wildtyp Kontrolltieren (WT2). Entsprechende Kontrollgruppen erhielten nur H2O ad libitum (je n = 9). Die klinische Evaluation erfolgte mittels Disease Activity Index (DAI). Die Untersuchung der Zytokinexpression im Coecum und distalen Colon erfolgte für TNFα, IL-6 und TGFβ durch Real-Time PCR im LightCycler® mit Kalibrator-normierter relativer Quantifizierung. Die statistische Auswertung erfolgte mittels ANOVA (Signifikanzniveau ≤ 0,05).

Ergebnisse: Im WT2 konnte durch die Applikation von 1,0% DSS keine Colitis induziert werden. Hier ergab sich ein mittlerer DAI von 1,14 (± 0,38) gegenüber 0,58 (± 0,15) in der H2O-Kontrollgruppe (n.s.). Im Gegensatz dazu führte die DSS-Applikation im JNK2 ko zu einer chronischen Colitis. Der mittlere DAI war mit 2,32 (± 0,28) signifikant höher als in der H2O-Kontrollgruppe (0,61 ± 0,15) (p ≤ 0,001) und ebenfalls signifikant höher als in der WT2-DSS Gruppe (p ≤ 0,05). In der Kalibrator normierten Real-Time PCR zeigten sich dagegen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen bezüglich der intestinalen Zytokinexpression von TNFα, IL-6 und TGFβ.

Schlussfolgerung: Nach DSS-Applikation in einer Konzentration, die im Wildtyp noch keine Colitis induziert, kommt es im JNK2 ko zur Entwicklung einer chronischen Colitis. Es bleibt offen, auf welchem Weg die Inaktivierung von JNK2 die DSS-Colitis aggraviert. Zumindest scheint die Expression der JNK2 regulierten Zyokine TNFα, IL-6 und TGFβ dabei keine Rolle zu spielen. Möglicherweise beeinflusst das pro-apoptische JNK2 das Überleben von Immunzellen. Eine Inaktivierung von JNK2 könnte zu einer verringerten Apoptose von Immunzellen mit nachfolgender Perpetuierung der Inflammation führen. Somit wäre die Inhibierung von JNK2 kein sinnvolles Prinzip der CED-Therapie. Allerdings müssen weitere Arbeiten die physiologische Funktion von JNK2 in CED untersuchen.