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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Brustrekonstruktion durch Eigengewebe bei familiärer Disposition (BRCA 1+2 Trägerinnen)

Meeting Abstract

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  • corresponding author C.D. Heitmann - Ästhetische Plastische Chirurgie, München, Deutschland
  • I. Richter-Heine - Ästhetische Plastische Chirurgie, München, Deutschland
  • A.M. Feller - Ästhetische Plastische Chirurgie, München, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9581

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch423.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Heitmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Brustkrebs ist in den industrialisierten Ländern die häufigste Krebserkrankung bei Frauen insgesamt und die häufigste Todesursache bei Frauen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren. In Deutschland erkranken rund 50.000 Frauen jährlich neu. Etwa 5–10 % aller Mammakarzinome entstehen aufgrund einer erblichen Disposition. Frauen mit Keimbahnmutationen in einem der prädisponierenden Gene (überwiegend BRCA1+2) haben ein hohes Risiko, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken und sollten einer genetischen Beratung oder einer für das familiäre Mammakarzinom spezialisierten Einheit zugewiesen werden. Manche Frauen mit deutlich erhöhtem Brustkrebsrisiko entscheiden sich für eine prophylaktische bilaterale Mastektomie. Unser Konzept sieht die Brustrekonstruktion durch Eigengewebe (Perforatorlappenplastiken) in dergleichen Sitzung vor.

Material und Methoden: Von September 2004 bis September 2007 wurden 10 Patientinnen mit BRCA 1+2 operiert. Das durchschnittliche Alter betrug 31 (24-42) Jahre. Die Brustrekonstruktion erfolgte ausschließlich durch freie adipokutane Perforatorlappenplastiken mit mikrochirurgischem Gefäßanschluss. 3 Monate später erfolgte ambulant die Rekonstruktion des Brustwarzenkomplexes durch lokale Lappenplastiken und Tätowierung.

Ergebnisse: Bei 10 Patientinnen wurde 3 x eine Brustrekonstruktion aus dem Unterbauch (6 DIEP Lappenplastiken) und 7x aus dem Gesäßbereich (14 S-GAP Lappenplastiken) durchgeführt. Die Operationszeit bei den Doppel DIEP Lappenplastiken betrug im Durchschnitt 7.5 (6-11) Stunden. Die S- GAP Lappenplastiken wurden sequentiell durchgeführt. Dies hat zum einen lagerungstechnische Gründe (OP in Seitenlage), zum anderen bleibt die OP Zeit mit durchschnittlich 5 Stunden pro GAP Lappenplastik überschaubar. An Komplikationen sahen wir einen S-GAP Verlust (Zweitrekonstruktion mit Latissimus Lappenplastik) und bei 5 von 7 S-GAP Patientinnen punktionspflichtige Serome, ohne dass operative Revisionen notwendig wurden.

Schlussfolgerung: Die Brustrekonstruktion mit Eigengewebe liefert zuverlässige und reproduzierbare Ergebnisse. In der Plastischen Chirurgie gehören die modernen rekonstruktiven Verfahren wie Perforatorlappenplastiken zum Standard und finden ihre Anwendung gerade auch bei den hier vorgestellten Patientinnen mit familiärer Disposition (BRCA 1+ 2 Trägerinnen). Bei den überwiegend jungen Patientinnen sollte der Eigengewebsrekonstruktion der Vorzug gegeben werden, um die bekannten Komplikationen einer Brustrekonstruktion durch Implantate in dieser Altersklasse zu vermeiden. Dem Wunsch der Patientinnen nach Wiederherstellung der körperlichen Integrität kann durch Verwendung von Perforatorlappenplastiken mit ihrer geringen Hebedefektmorbidität in nahezu idealerweise entsprochen werden. Dies rechtfertigt aus unserer Sicht die zusätzlichen Narben und die höhere Belastung durch den mikrochirurgischen Eingriff.