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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

α-Defensine erhöhen invasives Potential von Kolon-Karzinom in-vitro

Meeting Abstract

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  • corresponding author H. Mothes - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Jena
  • R. Kaufmann - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Jena
  • U. Settmacher - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Jena

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9473

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch337.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Mothes et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Humane neutrophile Peptide (HNP)1-3 sind Proteine der α-Defensin–Gruppe. Ihre Funktion in der Darmmukosa besteht in der Regulierung von Inflammation und Immunabwehr. Eine erhöhte Expression der Defensine gegenüber normaler Mukosa konnte für kolorektale Adenome und Karzinome nachgewiesen werden. Der Zusammenhang zwischen Defensin-Expression und Tumorwachstum ist nicht bekannt. Es soll unter Nutzung eines in vitro-Modells überprüft werden, ob den Defensinen eine regulierende Wirkung auf das biologische Verhalten von Kolonadenom-Zellen zukommt.

Material und Methoden: Unter Verwendung eines Migrations-Assays wurde eine Suspension aus Zellen der Kolonkarzinom-Linie HT-29 in eine 48-Loch Chemotaxis-Kammer eingebracht und mit HNP1-3 in Konzentrationen von 5,10,15 und 30 μg/ml stimuliert. Zur quantitativen Erfassung des Invasionspotentials wurden die HT-29-Zellen nach Migration durch eine Kollagen-beschichtete Polycarbonatmembran gezählt.

Ergebnisse: Die Zellzahl war in allen Suspensionen, denen exogenes HNP zugeführt worden war, gegenüber der nichtstimulierten Kontrollgruppe signifikant erhöht. Dieser Effekt war konzentrationsabhängig, wobei ein Maximaleffekt bei 15 µg/ml beobachtet werden konnte. Die Applikation von α-Defensin in einer Konzentration von 30 μg/ml führte im Vergleich zu 15 μg/ml wiederum zu einer signifikant verminderten Migration der Zellen durch die Membranbarriere (p=0.012).

Schlussfolgerung: Durch Zugabe von HNP1-3 in physiologischen Konzentrationen kann das Migrationspotential von Kolonkarzinom-Zellen in vitro gesteigert werden. Wegen der bekannten zytotoxischen Eigenschaften der Defensine nimmt dieser Effekt in höheren Konzentrationen ab. Die erhöhte Expression der Defensine in kolorektalen Karzinom deutet auf eine Assoziation zwischen Inflammation und Tumorentstehung hin; die Mechanismen sind jedoch weiterhin ungeklärt.