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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Entwicklung eines Projektionssystems für die Navigations in der Leberchirurgie

Meeting Abstract

  • corresponding author C. Ulmer - Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart
  • F. Ritter - MeVis - Center for Medical Diagnostic Systems and Visualization GmbH Bremen
  • G. Otto - Abteilung für Transplantationschirurgie, Chirurgie von Leber, Gallenwegen und Pankreas, Mainz
  • L. Kahrs - Institut für Prozessrechentechnik, Automation und Robotik (IPR), Universität Karlsruhe
  • J. Raczkowsky - Institut für Prozessrechentechnik, Automation und Robotik (IPR), Universität Karlsruhe
  • K.P. Thon - Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart
  • W. Lamadé - Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7773

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch585.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Ulmer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die virtuellen Operationsplanung in der Leberchirurgie ist für komplexe Eingriffe in Zentren zum Standard geworden. Die Bilddaten werden bereits in den Operationssaal übertragen. Die Übertragung in den Operationssitus muss jedoch weiterhin manuell erfolgen. Ziel unserer Entwicklung ist es, die Planungsdaten direkt in den Operationssitus zu projizieren.

Material und Methoden: Untersucht wurden sieben Patienten (3 Frauen, 4 Männer, medianes Alter 52J., Range 38-75J.) bei den eine Leberresektion geplant war. Fünf Patienten hatten Lebermetastasen eines kolorektalen Karzinoms, ein Patient hatte ein hepatocelluläres Karzinom und eine Patientin hatte eine fokal noduläre Hyperplasie. Fünf der sieben Patienten hatten einen solitären Lebertumor, zwei hatten jeweils zwei Tumore. Eine extrahepatische Tumormanifestation bestand nicht. Alle Patienten erhielten ein präoperatives Routinespiral CT auf dessen Basis eine 3D-OP-Planung erfolgte. Die 3D-rekonstruierten Bilddaten wurden für die Projektion umgerechnet, sodass die Verzerrungen an der gekrümmten Leberoberfläche ausgeglichen wurden. Die Projektionseinrichtung ist ein speziell für den OP entwickelter Prototyp, der die räumlichen und hygienischen Vorraussetzungen erfüllt. Die projizierten Daten werden an den Operationssitus manuell unter sonographischer Kontrolle angepasst. Die Projektion wird zum Zeitpunkt der Lebermobilisation und der Festlegung der Resektionsflächen sowie repetitiv während der Resektionsphase eingeblendet. Das Gesamtsystem wurde untersucht auf Paralaxe, Erkennbarkeit der Projektion, Störanfälligkeit durch Atembewegungen, Abweichungen und Convenience.

Ergebnisse: Bei allen Patienten gelang die Projektion auf der Leberoberfläche. Die Paralaxe ist in Verbindung mit der Sonographie akzeptabel. Bei den ventral gelegenen, kleinen Lebersegmenten (z.B. Seg. II, III) trat keine Paralaxe auf. Dagegen fand sich bei den dorsal und weit lateral gelegenen Lebersegmentabschnitten (z.B. Seg. VI, VII) eine deutliche Verzerrung. Die Erkennbarkeit für Weiß, Rot und Gelb ist sehr gut. Dunkelblau und Grün ist auf der Leberoberfläche fast nicht zu erkennen. Die Störung durch die Atembeweglichkeit ist bei einer manuell fixierten Leber insgesamt gering. Die Genauigkeit konnte in kleinen region of interest (ROI) bis auf 3 mm eingestellt werden. Für die Projektion ist eine direkte Sicht vom Projektor zur Leber voraus. Dies bedeutet, dass während der Präparationsphase die Projektion unterbrochen werden musste. Alle geplanten Resektionen konnten in die Realität umgesetzt werden. Die Operationszeit verlängerte sich durch die Projektion nicht erkennbar. Der Zeitaufwand für den Aufbau des Systems betrug 17-35 Minuten.

Schlussfolgerung: Das vorgestellte Projektionssystem für die Navigation der Leberchirurgie ist bereits bei Routineeingriffen unterstützend einsetzbar. Für kleine ROI wird eine akzeptable Genauigkeit von 2-3mm erreicht. Die Projektion erleichtert die Orientierung für die Tiefenstruktur in der Leber.